Der Preis der Anbetung

„Ich will dem HERRN, meinem Gott, nicht umsonst Brandopfer opfern.“

2.Samuel 24,24

In einer anderen Übersetzung heißt es: „Ich will dem HERRN, meinem Gott, kein Brandopfer darbringen, das mich nichts kostet.“

Das ist ein Ausspruch Davids und eine Aussage, die mich in den vergangenen Wochen viel beschäftigt.  Mit diesem Eintrag will ich weniger eigene Gedanken zur Anbetung schreiben, sondern vielmehr diese Frage in den Raum werfen und zum Nachdenken anregen.

Bevor David diesen Satz sagte, hatte er das Volk Israel zählen lassen. Eine Aktion, die Gott nicht gefiel. Gott ließ David die Konsequenz wählen.  Er wählte eine Pest, die viele Menschen tötete. Ein Prophet kam zu David und sagte ihm, er solle dem Herrn einen Altar auf der Tenne des Jebusiters Arauna errichten, dem Ort, den die Pest gerade erreicht hatte. David ging hin und traf Arauna selbst an. Er berichtete ihm von seinem Vorhaben. Arauna wollte David alles zur Verfügung stellen, was er für diesen Altar und ein Opfer brauchte…das Land, das Tier, Holz für das Feuer. Doch David wollte es sich nicht schenken lassen, er wollte dafür einen Preis bezahlen. Er wollte nicht, dass seine Anbetung nichts kostet.

Das hat mich ins Nachdenken gebracht. Was ist der Preis, den wir heute zahlen können? Sollen? Müssen? Ist unsere Haltung in der Anbetung korrekt? Kommen wir nicht oft in die Versammlungen und denken, die Anbetungszeiten müssen uns dienen? Wir lassen sie uns nicht nur nichts kosten, sondern erwarten, dass wir etwas daraus bekommen? Geht das nicht in die falsche Richtung?

Ich glaube, wo wir uns Gott nahen, wird immer Leben und Segen in unser Leben fließen und wir werden empfangen, denn Gott ist ein gebender Gott, er liebt es zu geben und sein ganzes Königreich ist auf Geben aufgebaut. Ich will nicht sagen, dass wir nicht empfangen können, wenn wir anbeten. Aber mit welcher Motivation und Haltung kommen wir in die Gottesdienste? Kommen wir und sind wir bereit, Gott zu geben und zu dienen? Was ist unser Opfer, das wir bringen? Was ist der Preis, den es uns wert ist?

Mir ist dann noch eine weitere Geschichte begegnet, die dasselbe Bild zeigt – diesmal im Neuen Testament. In Matthäus 26,6-13 lesen wir von einer Frau, die das Kostbarste, was sie hatte, auf Jesu Haupt ausgoß – ein Fläschchen mit kostbarer Salbe. Sie muß sehr wertvoll gewesen sein. Es gab Menschen, die sich darüber entrüsteten. Das waren diesmal nicht irgendwelche Außenstehenden oder die Pharisäer, die so etwas ja sonst gerne taten. Es waren Jesu eigene Jünger. Sie riefen: „Wozu diese Verschwendung! Denn dies hätte teuer verkauft und der Erlös den Armen gegeben werden können!“ (V.9). Klingt gut, klingt vernünftig, klingt fromm, klingt humanistisch korrekt. Und doch sagt Jesus, die Frau habe das Richtige getan. Die Frau hatte erkannt, um wen es sich bei Jesus handelt und um was es für ihn ging. Diese Salbung fand kurz vor seinem Tod und seinem Begräbnis statt, Jesus selbst nannte es die Salbung zu seinem Begräbnis.

Diese Frau hat es sich etwas kosten lassen. Jesus sagte über sie, dass solange das Evangelium verkündet wird, auch von dem erzählt werden wird, was sie getan hat. Wir kennen nicht ihren Namen, aber wir wissen, was sie getan hat und was offensichtlich Jesu Wohlgefallen gefunden hat.

Was ist der Preis, den wir zahlen? Wollen wir etwas zahlen? Wollen wir es uns etwas kosten lassen, Gott anzubeten? Steht unser Herz an der Stelle dieser Frau oder gleichen wir doch eher den Jüngern?

Bei David ist mir aufgefallen, dass ihm  bewußt war, dass er etwas verzapft hat und andere dies nun ausbaden mussten. Er sagte zu Gott: „Siehe, ich habe gesündigt, und ich habe verkehrt gehandelt! Aber diese Schafe, was haben sie getan? Laß doch deine Hand gegen mich und gegen das Haus meines Vaters sein!“. David war sich des Preises, den seine Sünde kostete, bewußt. Ich glaube, dass hat seine Entscheidung, sich die Anbetung etwas kosten zu lassen, verstärkt. Er wusste, wenn soviele Menschen ihr Leben lassen mussten, nur weil er sich als einzelner gegen Gott versündigt hat, dann kann er nicht ein kostenloses Opfer bringen.

Ist uns der Preis unserer Sünde bewußt? Es hat Jesus Christus, den Sohn Gottes, das Leben gekostet. Können wir das an uns heran lassen? Würde irgendjemand unter uns sein eigenes unschuldiges Kind hergeben für die Freiheit eines Verbrechers, der auf seine Todesstrafe wartet? Es hat Gott den Vater einen Preis gekostet, uns Freiheit zu ermöglichen. Er konnte sie nicht nur einfach so aussprechen, weil er Gott ist.

Bewirkt dieses Bewußtsein in uns, dass wir uns die Anbetung auch etwas kosten lassen?

Und wenn ich von Anbetung schreibe, habe ich eigentlich immer zwei Dinge im Auge: einmal das, was wir an jedem einzelnen Tag leben, und als zweites unsere gemeinsamen Zeiten in den Gottesdiensten. Sie sind untrennbar.

Unser ganzes Leben sollte Anbetung sein. Das zeigen Verse wie 1.Korinther 10,31: „Ob Ihr nun eßt oder trinkt oder sonst etwas tut, tut alles zur Ehre Gottes!“ Selbst mit den alltäglichsten Dinge wie essen und trinken, sollen wir Gott verehren. Ich glaube, dass sich damit eine Unmenge an Situationen ergeben, wo wir einen Preis für Anbetung zahlen können, denn ich glaube in jedem Leben gibt es genug Täler, in denen es schwer ist, einfach anzubeten. Dann zu wählen, egal, was meine Umstände gerade sagen, ich werde anbeten, das ist im alltäglichen Leben den Preis für Anbetung zu zahlen…wir zahlen mit unseren Emotionen, Gedanken usw., damit Gott Anbetung empfängt.

Und wie schaut es sonntags morgens aus? Jubelt unser Herz mit David: „Ich freute mich, als sie zu mir sagten: ‚Wir gehen zu Hause des HERRN!‘ “ (Psalm 122,1)? Kommen wir mit der Einstellung „Preisen will ich den HERRN von ganzem Herzen im Kreis der Aufrichtigen und der Gemeinde“ (Psalm 111,1)? Den Preis, den wir hier zahlen können, ist z.B. Bequemlichkeit, Zeit, oder auch wie schon oben genannt, Emotionen und Gedanken. Wie schwer fällt es uns manchmal unsere Gedanken auf die Anbetung Gottes auszurichten, und nicht über Arbeit, Familie und Probleme nachzudenken.

Das sind nur einige Ansätze, mit denen jeder weiter meditieren kann. Was ist der Preis, den ich zahle?

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Der Preis der Anbetung

  1. Helmut Schmidt schreibt:

    das Video ist jetzt unter

    anzusehen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s