Banner & Flaggen (Teil 1/2)

„Jubeln wollen wir über dein Heil und im Namen unseres Gottes das Banner erheben“

Psalm 20,6

In diesem Jahr hatten wir ein Seminar über Banner und Flaggen bei uns und ich möchte einiges von den Inhalten, die wir behandelt haben, hier auch noch mal wieder geben. Dabei habe ich das Studienmaterial von Monika Hümbs-Schröder „Banner & Flaggen – Handbuch zur biblischen Sicht“ (erhältlich unter http://www.maranatha-banner.de) als Grundlage.

Fahnen, Banner, Flaggen, Standarten begegnen uns viel in unserem Umfeld, sie dienen oft als Erkennungszeichen. Vereine und Verbände nutzen Fahnen als Erkennungszeichen, genauso Staaten, Länder, Städte. Sie sind Kennzeichen für unsere Staatsangehörigkeit und machen sichtbar, womit wir uns identifizieren und wo wir uns auch manchmal einer bestimmten Macht unterstellen. Manchmal dienen Flaggen auch auch zur Übermittlung von Nachrichten…z.B. Flaggen-Alphabet, Fluglotsen, Startzeichen von Autorennen. Durch die Farben und Symbole wird etwas von unserer Gesinnung ausgedrückt und dienen auch als Erinnerung an besondere Anlässe, wie z.B. der Halbmast bei Trauer. Auch gibt es viele Werbebanner, die unsere Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Botschaft lenken möchten.

Flaggen und Banner im Rahmen des Reiches Gottes zu nutzen wäre also so schon gar nichts Unnatürliches und trotzdem haben wir oft Hemmungen, sie zu nutzen.

Es gibt im hebräischen zwei Worte, die die Flaggen und Banner in der Bibel beschreiben.

  1. nec (gesprochen: nef)
    Es bedeutet: Flagge, Standarte, Panier, Stange, Banner, Feldzeichen, Sammelplatz, Mast.
    Es steht z.B. in 2.Mose 17, 15 und Psalm 60,6.
    „Der HERR ist mein Feldzeichen.“
    „Denen, die dich fürchten, hast du ein Signal gegeben, dass sie fliehen können vor dem Bogen.“
    Der Wortstamm von nec ist nacak und lässt folgende Bedeutungen zu:
    – scheinen oder schimmern aus der Ferne
    – wie eine Flagge im Wind bewegt/flattert
    – erheben wir ein Zeichen, Bannerträger
    – Blinklicht, Leuchtfeuer, Leuchtturm
    – es geht ein Signal davon aus und wir werden darauf konzentriert
  2. daw-gal
    Es bedeutet: Flagge erheben, mit Kraft schwenken
    Weitere Bedeutungen sind:
    – auffallend
    – hervorragend
    – deutlich sichtbar
    – sich rühmen
    – das Oberste/Hauptsächlichste entfalten
    Es ist u.a. in 4.Mose 2,2 und 4.Mose 10,14 zu finden.
    „Die Söhne Israel sollen so lagern: jeder bei seiner Abteilung, bei den Zeichen ihrer Vaterhäuser…“
    „Und die Abteilung des Lagers der Söhne Juda brach zuerst auf nach ihren Heeresverbänden; und über seinem Heeresverband war Nachschon, der Sohn Amminadabs.“

In unseren deutschen Übersetzungen werden die hebräische Begriffe oft mit Umschreibungen wie Feldzeichen, Panier, Zeichen des Sieges, Zeichen, Signal wieder gegeben.

Es wird aber deutlich, dass Banner und Flagge eine Leitfunktion haben. Ein Banner geht voraus, es ist führend, herausragend.

In früheren Kriegen hatte der Leiter eine Truppe einen sogenannten Fähnrich neben sich, der das Banner dieser Truppe trug. So konnte sich die ganze Gruppe während des Getümmels eines Kampfes orientieren und sehen, wo gerade die Leitung des Heeres sich befand. Das Ziel des Gegners war immer, so schnell wie möglich an die Fahne des Heeres zu gelangen, denn sobald diese nicht mehr sichtbar war, herrschte Chaos und oft war damit auch die Schlacht entschieden. Der Fähnrich war dazu verpflichtet, die Fahne mit seinem Leben zu verteidigen, denn mit ihrem Erhalt/Verlust hing der Sieg/die Niederlage zusammen.

Im geistlichen Bereich ist Jesus das Banner/Feldzeichen Gottes!

„Und an jenem Tag wird es geschehen: der Wurzelsproß Isais, der als Feldzeichen der Völker da steht, nach ihm werden die Nationen fragen; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein.“ (Jesaja 11,10)

Jesus ist unser Banner, Panier, Zeichen des Siegs. Er ist herausragend, führend, schimmernd aus der Ferne. Gott selber hat ein Feldzeichen aufgerichtet und dieses Feldzeichen kann nicht besiegt werden. Sein Sieg ist für immer und ewig! Jesus geht uns voran!

Neben diesen eher kämpferischen Aspekten gibt es aber auch noch eine andere Seite:

„Er hat mich ins Weinhaus hineingeführt, und sein Zeichen (w. Feldzeichen) über mir ist Liebe.“ (Hohelied 2,4)

Hier soll nun auf acht Bedeutungen von Bannern eingegangen werden. Dabei kann man sich immer vor Augen führen, dass das, was hier für ein natürliches Banner gilt, gleichzeitig auf Jesus passt.

  1. Banner kündigen ein Ereignis an

    „Verkündet es unter den Nationen und lasst es hören und richtet ein Feldzeichen auf! Lasst es hören und verschweigt es nicht: …“ (Jeremia 50,2)

    Mit einem Banner proklamieren wir etwas. In diesen Versen ging es um den Fall Babels. Dieser Sieg wurde verkündet.
    Wenn wir in unserem Gemeindesaal ein Kreuz oder eben auch ein Banner mit der Aufschrift „König Jesus“ hängen haben, ist das eine Verkündigung. Wir proklamieren damit, dass Jesus König unserer Gemeinde oder auch Stadt oder Land ist.

    „Eine Proklamation ist eine öffentliche, kühne Erklärung. Für alle, die an Jesus Christus glauben, ist damit speziell die öffentliche, kühne Verkündigung der Wahrheit Gottes gemeint.“ (Derek Prince)

    Der Gebrauch von Flaggen und Bannern ist eine Proklamation, jedoch kann es niemals die erste Stelle der Verkündigung der Predigt und des Wortes Gottes ersetzen!
    Banner können dabei auch eingesetzt werden, um Verheißungen Gottes zu verkünden und daran festzuhalten. Sie können uns durch das Sichtbarmachen der Verheißung beim Festhalten unterstützen. Banner machen die Wahrheiten Gottes sichtbar.

    „…ihr Bewohner des Festlandes und die ihr auf der Erde ansässig seid, wenn man ein Feldzeichen auf den Bergen aufrichtet, seht hin! Und wenn man ins Horn stößt, hört hin!“ (Jesaja 18,3)

    Banner und Flaggen verkünden biblische und geistliche Tatsachen und besitzen Aufruf- und Signalcharakter, sie sind sichtbar gemachte Wahrheiten.

  2. Banner werden errichtet zur Heilung und Errettung vom Tod

    „Und der Herr sprach zu Mose: Mache dir eine Schlange und tu sie auf eine Stange! Und es wird geschehen, jeder, der gebissen ist und sie ansieht, der wird am Leben bleiben.“ (4.Mose 21,8)

    Die Schlange aus Bronze war nichts Magisches, sondern der Glaube an die Verheißung Gottes und der Gehorsam, die Schlange anzusehen, brachte die Errettung. Hier ist es auch ganz einfach, Jesus darin zu sehen. Er rettet und unser Glaube und Gehorsam, Ihm zu vertrauen, rettet uns. Das wird auch in dem schon eben genannten Vers aus Jesaja deutlich:

    „Und an jenem Tag wird es geschehen: der Wurzelsproß Isais, der als Feldzeichen der Völker da steht, nach ihm werden die Nationen fragen; und seine Ruhestätte wird Herrlichkeit sein.“ (Jesaja 11,10)

    So haben auch Banner und Flaggen nichts Magisches an sich. Sie werden im Glauben eingesetzt und auch nur im Glauben kann man empfangen, was durch sie freigesetzt wird.

  3. Banner werden eingesetzt zur Sammlung des Heeres (Sammelpunkt) und zur Ausrichtung auf einen Fokus

    „Und die Kinder Israels sollen sich nach ihren Heerscharen lagern, jeder bei seinem Lager und jeder bei seinem Feldzeichen.“ (4.Mose 1,52)

    “ Nach Osten soll sich lagern das Banner des Lagers Juda. … Nach Süden sol sich lagern das Banner des Lagers Ruben. …Nach Westen soll sich lagern das Banner des Lagers Ephraim. …Nach Norden soll sich lagern das Banner des Lagers Dan.“ (4.Mose 2,3-25)

    Die Banner dienten als Orientierungshilfe für die einzelnen Stämme. Sie sollten sich um das Zentrum, um die Stiftshütte, lagern. Sie machte die Gegenwart Gottes unter Seinem Volk deutlich (Jahwe Nissi = Ich bin euer Banner). Banner zeigen an, um welche Mitte, welches Zentrum wir uns lagern und sammeln.
    Auch hier kann man Jesus als unser Banner erkennen. Er ist es, um den wir uns versammeln, wir stehen unter der Herrschaft des dreieinigen Gottes.
    In unseren Versammlungen können Banner und Flaggen helfen uns gemeinsam auf Jesus oder eine bestimmte Wahrheit zu fokussieren.

  4. Banner sind dort, wo der geistliche Kampf stattfindet

    „Richtet das Banner gegen die Mauern von Babel auf, verschärft die Bewachung (Belagerung), stellt Wächter auf, bereitet die Hinterhalte. Denn wie der Herr es sich vorgenommen, so führt er es aus, was er über die Bewohner von Babel geredet hat.“ (Jeremia 51,12)

    Babel steht in der Bibel für widergöttliche Mächte und Welten. Sobald wir durch das Blut Jesu die „Fronten“ gewechselt haben, stehen wir gegen „Babel“ und durch unser Bekenntnis zu Jesus richten wir ein Banner gegen Babel auf.

    „Auf kahlem Berg richtet ein Feldzeichen auf, mit lauter Stimme ruft ihnen zu, winkt mit der Hand, dass sie einziehen durch die Tore der Edlen! Ich habe meinen Geheiligten entboten, auch meine Helden zu meinem Zorngericht zu rufen.“ (Jesaja 13,2&3)

    Eine andere Übersetzung drückt es so aus:

    „Der Herr sagt: „Stellt ein Feldzeichen auf, oben auf einer kahlen Höhe. Ruft die Freiwilligen auf, winkt sie herbei, sie sollen sich bei den Stadttoren melden. Ich rufe alle zum Kampf, die sich mir zur Verfügung gestellt haben.“

    Auch hier geht es um die Ankündigung der Zerstörung Babals durch Gottes Volk und Helden. Sie werden aufgefordert, sich durch ein optisches und akustisches Signal an einem gemeinsamen Ort zu versammeln. Wichtig ist, dass es freiwillig geschieht. Aus eigener Entscheidung gehören wir zu Jesus und folgen Ihm aus Gehorsam und Liebe. Wir dienen Ihm freiwillig und stellen uns Ihm aus freien Stücken zu Verfügung. Wenn Gott uns ruft, gehorchen wir, weil wir es wollen, nicht weil wir müssen, oder jemand anderes uns dazu zwingt. An dem Ort, wo wir Ihm dienen, sind wir, weil wir spüren und wissen, dass es ein Auftrag Gottes ist und nicht, weil wir jemandem einen Gefallen tun oder uns selbst hervorheben möchten.
    Jesus selbst ist das Banner des Sieges, das wir erheben!
    Und manchmal erheben wir unsere sichtbaren Banner und Flaggen dort, wo wir spüren, es findet ein geistlicher Kampf statt, und tun es im Glauben an Ihn!

  5. Banner sind ein Objekt der Hoffnung – ein Symbol des Sieges

    „Jubeln wollen wir über dein Heil und im Namen unseres Gottes das Banner erheben.“ (Psalm 60,6)

    „Da nahmen sie Palmzweige, zogen Jesus entgegen vor die Stadt und riefen laut: Gepriesen sei Gott! Heil dem, der in seinem Auftrag kommt! Heil dem König Israels!“ (Johannes 12,13)

    Jesus hat Satan und die Macht der Sünde am Kreuz besiegt. Als Kinder Gottes sind wir von all dem Zerstörerischen befreit. Mit unseren Bannern und Flaggen können wir die Freude über diesen Sieg ausdrücken und gleichzeitig die Sehnsucht, dass unser König bald wiederkommt.

  6. Banner geben Wegweisung

    „Darum wird der Herr selbst euch ein Zeichen geben: Siehe, die Jungfrau wird schwanger werden und einen Sohn gebären, und sein Name wird Immanuel sein.“ (Jesaja 7,14)

    „Gehet hin, gehet hin durch die Tore! Bereitet den Weg des Volkes, machet Bahn, machet Bahn. Räumet die Steine weg. Richtet ein Feldzeichen auf über die Nationen…sagt der Tochter Zion: Siehe, deine Rettung kommt!“ (Jesaja 62,10)

    Jesus selbst ist uns dieses Banner geworden, die Wegweisung zum Vater. Er hat gesagt: „Ich bin der Weg, niemand kommt zum Vater als nur durch mich!“.
    Durch den Gebrauch von Flaggen und Bannern wird manchmal dieser Weg gewiesen…die Aufmerksamkeit darauf gelenkt.

  7. Banner bieten Schutz und Sicherheit

    „Denen, die dich fürchten, hast du ein Signal/Banner gegeben, dass sie fliehen können vor den Bogen.“ (Psalm 60,6)

    Wie schon mehrmals erwähnt, ist Jesus selbst dieses Banner, das Gott aufgerichtet hat, Er ist das Zeichen des Sieges. Er ist unser Schutz, unsere Sicherheit und unsere Burg. Diejenigen, die Ihn fürchten, werden Sein Signal, Banner, Feldzeichen, Siegeszeichen erkennen und fliehen können vor den Pfeilen des Bösen.

    Hier können wir noch mal Bezug nehmen auf das Bild des Heerführers und den Fähnrich. Eines der wichtigsten Ziele des Gegners war, den Führer und den Fähnrich zu überwältigen, weil dann der Rest der Armee orientierungslos und leicht zu besiegen war.
    Das Gute ist, dass Jesus schon längst gesiegt hat und als Feldzeichen unverrückbar feststeht. Er selbst hat „die Mächte und Gewalten völlig entwaffnet und sie öffentlich zur Schau gestellt.“ (Kolosser 2,15). Wenn wir auf Ihn sehen haben wir stets Orientierung, Führung und Leitung in unserem Leben.
    Es ist an uns dieses Signal, das Jesus ist, für andere hörbar (z.B. durch Predigt, Lobpreis, Anbetung…) und sichtbar (z.B. durch Theater, Banner, Flaggen, Tanz…) zu machen.

  8. Banner lassen den Feind fliehen

    Einige Verse lassen auch erkennen, das der Feind auch seine Banner und Zeichen hat. Ein Zeichen aus unserer Geschichte ist da vielleicht das Hakenkreuz.

    „Es brüllen deine Widersacher inmitten deiner Versammlungensstätte. Sie haben ihre Zeichen als Zeichen des Siegs gesetzt. …Zeichen für uns sehen wir nicht.“ (Psalm 74,4&9)

    „Wenn ihr nun das Gräuelbild der Verwüstung, von dem durch Daniel dem Propheten, geredet ist, an heiliger Stätte stehen seht,…“ (Matthäus 24,15)

    „Meine Eingeweide! Ich muss mich winden! Die Wände meines Herzens! Es tobt in mir mein Herz! Ich kann nicht schweigen. Denn du meine Seele, hörst den Schall des Horns, Schlachtrufe: Zusammenbruch über Zusammenbruch wird ausgerufen. …Wie lange muss ich das Feldzeichen sehen, den Schall des Horns hören?“ (Jeremia 4,19-21)

    Zum einen sehen wir, dass der Feind keinerlei Hemmungen hat, seine Zeichen an entscheidender Stelle aufzurichten. Er weiß, sie lösen bei dem Betrachter etwas aus. Banner haben eine klare Botschaft, eine klare Aussage und sie werden erhöht, damit man hinschaut. Immer wenn in der Bibel der Begriff für „erhebe“ oder „erhoben“ steht oder wenn irgendetwas erhoben wird, dann ist dies ein Zeichen für Gottes Macht.

    Zum anderen können wir darin aber auch sehen wie der Feind Gottes erbeben und vergehen muss, wenn er die
    – „Kriegshörner“ (Schofarhörner)
    – „Schlachtrufe“ (Lobpreis und Anbetung)
    – „Feldzeichen“ (Banner und Flaggen)
    hört und sieht!

Lasst uns unserem lebendigen Gott zur Ehre singen, tanzen und spielen!

 

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