Wie der Tau

„Ich werde für Israel sein wie der Tau.“

Hosea 14,6

In diesem Beitrag möchte ich wiedergeben, was ich kürzlich in einem Buch von Judson Cornwall gelesen habe:

„Obwohl Gott überall der ist, der Er ist – der ICH BIN -, kann Er es doch in unserem nicht wirklich sein, solange wir Ihn nicht als den ICH BIN preisen. Einmal hat Gottes Geist durch den Mund Davids geredet und gesagt: ‚Wer Dank (od.: Lob) opfert, verherrlicht mich und bahnt einen Weg; ihn werde ich das Heil Gottes sehen lassen‘ (Psalm 50,23). Das hebräische Wort , das hier mit ‚verherrlichen‘ übersetzt ist, heißt kabed und bedeutet im Grunde ‚Gewicht verleihen‘. Was kann Gott gemeint haben, als Er sagte: ‚Wer Lob opfert, verleiht mir Gewicht.‘? Ich möchte versuchen, es anhand eines Bildes zu verdeutlichen.

Egal wie trocken die Witterung sein mag, in der Atmosphäre, die uns umgibt, befindet sich permanent Feuchtigkeit in Form von unsichtbarem Dunst. Die Meteorologen geben den Feuchtigkeitsgehalt der Luft in ihrem Wetterbericht in Prozenten an. Im gleichen Bericht geht es oft um eine Messung, die als ‚Taupunkt‘ angegeben wird. Das ist die Temperatur, bei der der unsichtbare Dunst kondensiert und sich als Tau auf der Erde niederschlägt. Um aus der unsichtbaren Feuchtigkeit sichtbaren Tau zu machen, braucht nichts weiter zu passieren, als dass die Temperatur auf der Erdoberfläche ein wenig zurückgeht.

Der Prophet Hosea schloss sein Buch mit der dringenden Bitte: ‚Kehr um, Israel, bis zum HERRN, deinem Gott…nehmt Worte mit euch und kehrt zum HERRN um! Sagt zu ihm: …Wir wollen die Frucht unserer Lippen als Opfer darbringen‘ (Hosea 14,2-3). Im Neuen Testament zitiert der Hebräerbriefschreiber diese Stelle und spricht davon, dass wir ‚Gott stets ein Opfer des Lobes darbringen (sollen), das ist: Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen (od.: preisen)‘ (Hebräer 13,15). Gott versprach dem Volk Israel, wenn sie mit Worten des Lobes zu Ihm umkehren würden, so werde Er darauf in dreifacher Weise antworten: ‚Ich will ihre Abtrünnigkeit heilen, will sie aus freiem Antrieb lieben…Ich werde für Israel sein wie der Tau‚ (Hosea 14,5-6).

Wenn diejenigen, die in einer Bundesbeziehung zu Gott stehen, ihre Stimmen erheben, um Ihn zu preisen, ‚kühlen‘ ihre Worte sozusagen die Temperatur ihres Herzens ab. Das wiederum führt dazu, dass der ‚Taupunkt‘ in ihrer Beziehung zu Gott erreicht wird. Dieser geistliche Taupunkt lässt die Gegenwart Gottes sich niederschlagen. Er verleiht Gott ‚Gewicht‘, so ähnlich wie der Wasserdunst durch die Abkühlung in der Morgenfrühe Gewicht erhält. Gott zu preisen, bringt eine Offenbarung der göttlichen Gegenwart mit sich. Unser Lobpreis macht sichtbar, was bereits unsichtbar vorhanden, aber weitgehend unbrauchbar war. Wir zweifeln zwar nicht an der Zusage des Herrn: ‚Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters‘ (Matthäus 28,20), aber doch leben wir die meiste Zeit ohne ein wirklich akutes Bewußtsein Seiner Gegenwart. Wenn wir aber bewußt die Dinge des Lebens beiseite legen und anfangen, den Herrn zu preisen, wird Seine Gegenwart plötzlich wie Tau, der sich niederschlägt – real, wertvoll und lebensspendend. Was sonst nur im Glauben zu erfassen war, ist nun Tatsache, die auch unsere Gefühle mit einschließt.“

(Judson Cornwall; Anbetung im Leben Davids; Verlag C.M.Fließ; S.46-48)

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