Lobpreis – Die Perspektive

“Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer.“

Offenbarung 4,2

Im Moment befinde ich mich in einer Phase, wo alles, was ich so im Lobpreis praktiziere, noch mal wieder neu auf den Prüfstand kommt. Warum tue ich, was ich tue? Was entspricht meiner tiefsten Überzeugung und ist durch das Wort Gottes in mir wirklich geboren und lebendig? Wo stimme ich einfach mit überein, weil es mir schlüssig ist, ich erlebe es aber noch nicht? Wo habe ich Dinge einfach übernommen, weil ich sie toll fand, habe aber eigentlich keine Offenbarung drüber, ob Gott sie genau so toll findet oder ob ich da einfach nur meinen Geschmack zelebriere? Es ist eine spannende Zeit und suchen lohnt immer.

Eine Frage, mit der ich mich neu beschäftigt habe, ist, auf welcher Grundlage ich im Lobpreis stehe? Was ist meine Perspektive? Was ist mein Ausgangspunkt? Und bei der Antwort kommt für mich neu Offenbarung 4 zum tragen. Ein Kapitel aus der Bibel, das ich schon oft zitiert habe und was für mich zu den grundlegenden Texten beim Thema Anbetung gehört.

Johannes, der Jünger Jesu, hat dieses Buch in der Bibel geschrieben. Er hat Jesus live erlebt und drei Jahre mit ihm zusammen gelebt und wurde nun zum Ende seines Lebens aufgrund seines Glaubens an Ihn auf die Insel Patmos verbannt.

Schon im ersten Kapitel der Offenbarung erzählt er von der Vision, die er von dem verherrlichten Christus empfing. Das stand in einem gewissen Gegensatz zu dem, wie er seinen Meister vermutlich auf der Erde erlebt hat. Jesus als der Diener aller, sanft, mild und demütig, erscheint hier in all seiner Herrlichkeit, die er laut Philipper 2 während seines Daseins auf der Erde beim Seinem Vater zurück gelassen hatte.  Jesus, der in Knechtsgestalt am Kreuz hing, steht jetzt in voller himmlischen Montur vor ihm und seine Stimme ist wie das Rauschen vieler Wasser.

Und dann steht im Kapitel 4 „siehe, eine Tür, geöffnet im Himmel“. Das zeigt, was vor sich ging. Zwischen Johannes Situation und dem Himmel war eine geöffnete Tür. Und Johannes war eingeladen, einzutreten und die Realität zweier Wirklichkeitsbereiche zu erleben. Das eine, war die sichtbare Wirklichkeit, seine Gefangenschaft, das andere die unsichtbare Realität, wo er schon im ersten Kapitel angefangen hat zu sehen und jetzt noch in eine viel größere Offenbarung hinein kommen sollte. Und diese offene Tür ist auch für uns da.

In Kapitel 1,6 heißt es:

“Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

Die Grundlage dieser geöffneten Tür ist das Werk Jesu am Kreuz von Golgatha. Sein Blut hat den Vorhang zerrissen, der uns von Gott dem Vater trennte. Wir sind erlöst von unseren Sünden und erlöst zu etwas hin: zur Gemeinschaft mit dem Vater, Ihm ein Königtum und Priester zu sein.

Dann hörte Johannes die Worte „Komm hier herauf! Und ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.“ Dieser Vers ist eigentlich ein Schlüssel zur Geschichte dieser Welt. Er zeigt, dass die sichtbare Wirklichkeit durch die unsichtbare kontrolliert wird. Das fällt uns oft schwer zu glauben, da für unsere Sinne das Sichtbare oft erstmal ausschlaggebend ist…das, was wir sehen, hören, fühlen können. Es braucht Glauben, zu denken, dass es etwas gibt, was noch darüber steht. Die Dinge sind nicht so, wie sie scheinen.

“Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer.“ (4,2). Im Bereich der unsichtbaren Realität gibt es einen Thron, einen Ort der Kontrolle, Herrschaft, Autorität. Und dieser Thron ist besetzt. Gott selbst sitzt als souveräner Herrscher darauf. Und dieser Ort ist die Autorität, die dem ganzen Himmel und der ganzen Erde übergeordnet ist.

Und dann erlebt Johannes in dem restlichen Kapitel die Anbetung, die um diesen Thron herum stattfindet. Da sind himmlische Wesen und tausende von Engeln, die auf ganz verschiedene Art und Weise anbeten. Die einen singen laut, die anderen fallen ehrfürchtig nieder. Es lohnt sich dieses Kapitel in Ruhe immer wieder zu lesen und auf sich wirken zu lassen.

Und meiner Meinung nach ist das die Perspektive, die unseren Lobpreis ausmacht. Unsere Perspektive im Lobpreis ist der Thronsaal des Universums mit unserem Gott, der auf dem Thron sitzt. Er regiert uneingeschränkt und das kann nur Lobpreis und Anbetung hervorrufen. Wenn wir anfangen, Gott zu loben, treten wir in das ein, was im Himmel Tag und Nacht geschieht. Gott wohnt in unserem Lobpreis, da auch in der Himmelswelt sein Thron inmitten von lautem und leisen Lobpreis und Anbetung steht. Wo wir anbeten, erklären wir seinen Herrschaftsbereich, wir bekennen seine Hoheit und Vorsorge.

Wenn unsere Sicht auf die Geschichte dieser Welt darauf eingestimmt ist, werden wir es lieben, Gott anzubeten. Er hat all das Chaos in dieser Welt in seiner Hand und unser Herz kann darin im Vertrauen zur Ruhe finden.

Archimedes sagte „Gebt mir einen festen Punkt, und ich werde die Welt aus ihren Angeln heben.“ Unser fester Punkt ist der Thron Gottes, unser Hebel ist unser Lobpreis. Damit können wir Veränderung in unser Leben und damit auch in unsere Welt bringen.

 

 

 

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