„Aber auf dein Wort hin…“

Da habe ich noch einen älteren Beitrag gefunden, den ich nie veröffentlicht habe…warum auch immer…

„Aber auf dein Wort hin will ich…“ (Lukas 5,5)

Diese Worte sagte Petrus einst, nachdem Jesus ihn aufforderte, am Tage fischen zu gehen, nach einer ganzen Nacht des Fischens ohne Erfolg.

Mit diesem Eintrag will ich von einer Erfahrung erzählen, die ich in den vergangenen Wochen gemacht habe, wo ich mir ähnlich dachte, „Rahel, mach’s doch einfach!“

Wir standen wie jeden Samstagabend in unserer Anbetungszeit und beteten an. Es gab schon eine recht intensive Zeit um das Thema Gott als Vater, der sich freut, uns zu sehen, der auf unsere Belange hört, der seine Engel losschickt, um zu helfen. Es ging über in einen neuen Abschnitt. Da meinte ich, auf einmal in mir zu hören:

„Steig runter von der Bühne, stell dich unten mit hin und spiele von dort aus weiter.“

Ich habe lange gezögert, denn ich hatte genug Gedanken dagegen…ich erinnerte mich an frühere Zeiten, wo ich schon das ein oder andere angestellt habe, wo ich auch dachte, es sei Gottes Stimme gewesen und wo ich rückblickend denke, dass doch mehr Eigenes drin war und ich mich hin und wieder zum Hampelmann gemacht habe…ich habe mir auch gedacht, es ist doch egal, wo ich stehe, das macht im Sichtbaren doch keinen Unterschied in unserer Anbetung, was soll das denn bringen?…und ähnliches.

Nachdem ich am Ende meiner ganzen Gedankenkette angekommen war, sagte ich mir: „Rahel, mach’s doch einfach! Es ist doch nichts zu verlieren!“

Und was war ich hinterher froh! Hinterher kamen einige auf mich zu, die sagten, wie sich in dem Moment etwas für sie verändert hat. Ich selber habe die Veränderung kaum wahrgenommen, stand da und sagte mir, ich sei bestenfalls gehorsam. Für andere kam in dem Moment aber ein Durchbruch. Eine Person hatte mächtige gedankliche Angriffe seit Beginn der Anbetungszeit gehabt, wo sie kaum gegen ankam. In dem Moment, wo ich hinunter stieg, kam auf einmal Frieden hinein. Andere hatten Mühe, überhaupt in die Anbetung zu kommen, in dem Moment öffnete es sich für sie. Jemand spürte vorher Anwesenheit von etwas Kaltem, das verschwand in diesem Moment.

Das alles zu hören, erfüllte mich mit großer Ehrfurcht vor unserem Gott! Und es brachte eine theoretische Überzeugung in die Praxis.

Theoretisch glaubte ich schon, dass Gott auch Wege nutzt, die für uns unsinnig erscheinen, um an Seine Ziele zu gelangen. Dafür gibt es ja auch einige Beispiele in der Bibel…z.B. Gideon, der seine eh schon kleine Armee verkleinern sollte, um gegen eine übermächtige, feindliche Armee anzutreten. Es sollte immer deutlich sein, dass es Gott ist, der eigentlich wirkt…der in aller Schwachheit der Mächtige ist. Aber gleichzeitig, macht Er sich auch von unserem Gehorsam abhängig. Das ist überwältigend. Er hätte es nicht nötig. Er könnte einfach Sein Ding machen. Und ich glaube, damit lehnen wir uns oft zurück…Gott kann ja machen, wenn Er will.

Ich stelle mir den besagten Abend vor, wenn ich nicht runter gegangen wäre…hätten dann einige bis zum Schluß zu kämpfen gehabt? Ist das nicht unfair? Obwohl Gott schon längst  etwas hätte machen können?

Mir wird bewusst, ich stehe nicht für mich alleine…mein Leben ist immer mit dem von anderen verbunden. Das, was ich tue oder lasse, wirkt sich auf andere aus…egal wie bewusst mir das ist. Wenn ich nicht runter gegangen wäre, hätte niemand gewusst, dass ich den Gedanken hatte, es hätte mich niemand für einen anhaltenden Kampf verantwortlich machen können…ich selber wusste ja noch nicht mal, was daran hängen könnte.

Mir wird bewusst, Gottes Wege sind anders als unsere, die geistliche Welt funktioniert manchmal anders als die sichtbare. Gottes Bewegnung liegt manchmal in unserem Gehorsam. Wir haben nicht immer alles in der Hand und können manchmal nur im Vertrauen gehen und handeln.

Und ich finde es herausfordernd in unserer Kultur, die so sehr auf den Verstand gebaut ist, wo alles erklärbar sein muss…wo ich erklären muss, warum ich das mache…das hätte mich fast daran gehindert. Es lehrt mich der kleinen Stimme in mir mehr zu vertrauen als allen anderen Stimmen.

 

 

 

 

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