Deutschland sucht den Superstar und Gott sucht Anbeter!

„…denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter.“

(Johannes 4,23)

„Deutschland sucht den Superstar und Gott sucht Anbeter.“ …der Satz schoß mir neulich durch den Kopf. Sofort dachte ich an die Stelle aus Johannes 4, in der Jesus über die Anbetung des Vaters sprach:

„Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten.“ (Johannes 4,23&24)

Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten…in Geist und Wahrheit anbeten…das waren immer so wage Ausdrücke für mich.

Was ist im Geist anbeten? Das habe ich mir immer erklärt, dass es im Heiligen Geist geschehen muss…aber das war immer noch so schwammig, dass ich mit meiner Erklärung selber gar nicht richtig etwas anfangen konnte. Was heißt das? Woran zeigt es sich? Wie ist das praktisch umgesetzt? Ich denke, eine der Fußnoten zu Johannes 4 hat mich ein wenig weiter gebracht. Dort ist Philipper 3,3 angegeben:

„Denn wir sind die Beschneidung, die wir im Geist Gottes dienen und uns in Christus Jesus rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen.“

Da taucht das „im Geist Gottes dienen“ ebenfalls auf, aber es folgt eine Erklärung, wie sich dieses Dienen im Geist ausdrückt: in Christus rühmen und nicht auf Fleisch vertrauen. Der einfache Teil ist: diese Anbetung, die Gott gefällt, rückt Christus ins Zentrum, all das, was Er ist und sagt und tut und getan hat, besonders am Kreuz von Golgatha. Das fällt uns oft noch leicht, denn es ist ja klar, dass wir Jesus für das danken wollen, was Er getan hat.

Aber dann gibt es da auch noch dieses „nicht auf Fleisch vertrauen“. Ich denke, dass dies den meisten von uns eher schwer fällt. Wie gerne kommen wir mit unseren Stärken in die Gegenwart Gottes? Und doch sagte Gott durch Jeremia:

„Der Weise rühme sich nicht seiner Weisheit, und der Starke rühme sich nicht seiner Stärke, der Reiche rühme sich nicht seines Reichtums; sondern wer sich rühmt, rühme sich dessen: Einsicht zu haben und mich zu erkennen, dass ich der HERR bin, der Gnade und Recht und Gerechtigkeit übt auf der Erde; denn daran habe ich Gefallen, spricht der HERR.“ (Jeremia 9,22&23)

Wir kommen gerne zusammen und zeigen, was wir alles wissen, wo wir stark waren und sichtbaren Sieg erlebt haben, wo wir gesegnet sind…wir tendieren eher dahin der nächste Superstar am christlichen Erfolgshimmel sein zu wollen. Aber das ist nicht, was Gott sucht.

Gott sucht Herzen, die Ihn suchen und Ihn erkennen und Seine Wege und Gedanken verstehen wollen…nicht um des eigenen Ruhmes willen, sondern Seinetwillen, um Ihn zu kennen und darin Genüge zu finden. Und manchmal ist es besonders in der Schwachheit in der wir uns Seinetwillen rühmen können…unsere Schwachheit steckt dafür einen besonderen Rahmen.

„Nicht auf Fleisch vertrauen…“ ist eine Anbetung in dem Bewusstsein, dass wir vor Gott allein aufgrund dessen stehen, was Jesus getan hat:

„Als aber die Güte und die Menschenliebe unseres Heiland-Gottes erschien, errettete er uns, nicht aus Werken, die, in Gerechtigkeit vollbracht, wir getan hätten, sondern nach seiner Barmherzigkeit durch die Waschung der Wiedergeburt und Erneuerung des Heiligen Geistes. Den hat er durch Jesus Christus, unseren Heiland, reichlich über uns ausgegossen, damit wir, gerechtfertigt durch seine Gnade, Erben nach der Hoffnung des ewigen Lebens wurden.“ (Titus 3,4-7)

Diese Anbetung wird frei von uns selbst, zumindest, was unsere Stärken angeht, auf die wir uns berufen, und gründet sich allein auf die Barmherzigkeit Gottes.

So schaut Anbetung im Geist weg von sich selbst hin zu Christus und konzentriert sich auf Ihn.

Und dann die Anbetung in Wahrheit…früher habe ich es auf „die richtige Theologie“ bezogen oder darauf, nicht vor Gott zu heucheln, sondern so zu sein, wie ich gerade bin. Auch hier hat mir der Fußnoten-Vers weiter geholfen…und ich erkenne diese bisherigen Gedanken sind nur ein kleiner Teil von „in Wahrheit anbeten“. Hebräer 10,22 sagt:

„…so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in voller Gewissheit (oder: in der Fülle) des Glaubens, die Herzen besprengt und damit gereinigt vom bösen Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser.“

Weder an der Theologie, noch an der ungeheuchelten Annäherung an Gott ist etwas falsch. Ich denke, wir entwickeln in allen Bereichen unseres Lebens eine Weltanschauung, die sich mit den laufenden Erfahrungen immer weiter entwickelt und auch immer wieder mal verändert. Sie bestimmt aber, wie wir unser Leben gestalten und Entscheidungen treffen. Genauso ist es mit der Theologie. Es ist die Sicht, die wir über Gott gewonnen haben. Da Theologie von der Offenbarung Gottes abhängt, entwickelt auch sie sich immer weiter in unserem Leben, in dem Maß wie wir Gott kennenlernen. A.W.Tozer hebt in seinem Buch „Das Wesen Gottes“ hervor, dass es sich auf unser Leben und unsere Anbetung auswirkt, wie wir Gott sehen und von daher ist Theologie nicht egal. Aber sie ist eben auch nicht das Non-plus-ultra, da es um beständige Offenbarung geht.

Die Anbetung in Wahrheit ist in diesem Vers in Hebräer beschrieben als eine Annäherung in Wahrhaftigkeit. Das kann zum einen heißen, zu kommen wie man ist, nichts vor Gott zu verstecken. Aber es beinhaltet auch, sich dessen bewusst zu sein, in welchen Stand uns Jesus vor Gott gesetzt hat. Ich komme in dem Glauben, dass Jesus für alles, was mich von Gott trennt, am Kreuz bezahlt hat und mein Herz und Gewissen davon frei sein kann in der Begegnung mit Gott.

Ich glaube, in dieser Begegnung mit Gott „in Wahrheit“ geht es um die Begegnung Seiner und unserer Realität. Ein Kapitel später schreibt der Autor des Hebräerbriefes:

„Ohne Glauben aber ist es unmöglich, ihm wohlzugefallen; denn wer Gott naht, muss glauben, dass er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.“ (Hebräer 11,6)

So beginnt meine Anbetung „in Wahrheit“ damit, mir bewusst zu machen, Gott ist gerade jetzt. Er ist nicht eine Theologie, ein Gedankengut, Er ist lebendig, Er ist Geist und Er ist hier und jetzt und möchte mir begegnen. Dann mache ich mir auch bewusst, dass Er alles für diese Begegnung getan hat, dass da nichts ist, was mich abhalten muss. Im Glauben habe ich das angenommen, was Jesus getan hat und in demselben Glauben nahe ich mich nun Gott in Anbetung.

Der Teil „den Leib gewaschen mit reinem Wasser“ lässt an Epheser 5,26 denken:

„…um sie zu heiligen (Christus die Gemeinde), sie reinigend durch das Wasserbad im Wort,…“

Das Thema „Wasserbad im Wort“ ist sicher noch mal ein ganz anderes Thema, aber was mir zur Zeit dabei wichtig wird, ist, dass das Wort, das von Gott kommt, lebendig und wirksam ist. Es bringt Veränderung mit sich. Kenneth Copeland sagt z.B.: „Jede Verheißung im Wort Gottes beinhaltet die Kraft, sich selbst zu erfüllen.“ (aus: „Verwalter von Gottes und deiner Finanzen“). Jesus selbst sagte:

„Der Geist ist’s der da lebendig macht; das Fleisch ist nichts nütze. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben.“ (Johannes 6,63)

Ich glaube, dass wir die Worte Gottes in einer Weise im Glauben aufnehmen können, dass sie in uns Kraft zur Veränderung wirken. Das geht über den Buchstaben (der bloße Versuch, etwas einzuhalten oder umzusetzen) hinaus und ist übernatürliches, göttliches Wirken. Und ich glaube, dass das Teil von der Anbetung „in Wahrheit“ ist. Wenn wir uns in dem Bewusstsein Gottes und unserer selbst auf die Begegnung mit Ihm einlassen, wird Er reden und diese Worte sind gesandt, uns zu verändern in Sein Bild und wir werden dann darin leben und daraus handeln können. Anbetung „in Wahrheit“ ist, darauf einzugehen, sich ehrlich in dem Wort zu spiegeln und darauf zu reagieren.

Ich möchte diesen Text schließen mit einem Vers aus dem Buch Prediger, der das Gesagte gut zusammenfasst. Prediger 12,13 nach der Amplified Bible und deren Ergänzungen:

„Alles wurde gehört; das Ende der Sache ist: Fürchte Gott (verehre ihn und bete ihn an, wissend, dass Er ist) und halte seine Gebote, denn das ist das Ganze des Menschen (der völlige, ursprüngliche Sinn seiner Schöpfung…).“

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