Unser erstes Album: Calling

Mein Mann und ich haben die Zeit des Lockdowns kreativ genutzt und können unser erstes kleines Album vorstellen. Alles geschah im Rahmen unserer bescheidenen Möglichkeiten in unserem Zuhause…2qm Arbeitsfläche, technisch begrenztes Know-how, gemeinsame Ersterfahrungen. Calling = Ruf  haben wir sie genannt, erstmal angelehnt an einen der Songtitel, dann aber auch, weil wir unseren Lebensruf darin spüren, genau das zu machen, Musik, die Gott verherrlicht, und wir in dieser Zeit gespürt haben, wie sehr Gott jeden Menschen zu sich rufen möchte.

Wer Interesse an einem Exemplar hat, kann unter rastian2020@gmail.com eins bestellen. Sie kosten 10,00€ und wenn es ausserhalb unseres Wohnorts ist, kommt 1,55€ Porto dazu 🙂

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Unser Leben – Tempel im Miniformat

„Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des Heiligen Geistes in euch ist, den ihr von Gott habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? Denn ihr seid um einen Preis erkauft worden. Verherrlicht nun Gott mit (o. in) eurem Leib.“

1.Korinther 6,19 & 20

Das Thema des Tempels beschäftigt mich weiter. Vor kurzem dachte ich darüber nach, wie unser Leben und auch unser Leib den Tempel und Tempeldienst widerspiegelt. Dabei habe ich gelesen, dass selbst Jesus von dem Tempel seines Leibes sprach (Johannes 2,21).

Immer mehr staune ich über die Ganzheitlichkeit unseres Lebens. Wir sind als Geist, Seele und Leib geschaffen und die drei Teile beeinflussen sich gegenseitig. Jeder Teil unseres Seins kann aktiv Raum schaffen für das, was Gott sich für unser Leben gedacht hat.

Heute möchte ich einige Gedanken darüber teilen, wie sich in Köper, Seele und Geist auch die Dreiteilung des Tempels wiederspiegelt.

Der Tempel besteht aus dem Vorhof, dem Heiligtum und dem Allerheiligsten. Der Vorhof ist das, was von aussen sichtbar ist. Genauso ist unser Körper der sichtbare Ausdruck unserer Existenz. Vom Heiligtum war vielleicht auch noch etwas sichtbar, genauso wie unsere Seele durch unsere Gedanken und Emotionen und Entscheidungen sichtbar wird. Das Allerheiligste war im Heiligtum verborgen. Auch unser Geist ist der verborgene Wohnort Gottes in uns.

Der ein oder andere kennt vielleicht den Kurs „Cleansing Stream/ Reinigender Strom“ (sehr empfehlenswert). Dort lernt man in der rechten Ausrichtung von Geist, Seele und Leib zu leben, d.h. dass alles, was wir im Leben entscheiden im Geist aus der Beziehung zu Gott geboren wird, wir damit der Seele Orientierung in ihren Entscheidungen geben und sich diese Entscheidungen auch auf das Wohlbefinden des Körpers auswirken. Das ist ein sehr hilfreiches Prinzip, um die Ordnungen Gottes in unserem Leben aufzurichten.

Aber auch die Realität des Tempels ist ein sehr hilfreiches Bild, um geistliches Leben und Anbetung in unserem Leben zu kultivieren. Jesus hat uns zu einem königlichen Priestertum gemacht (1.Petrus 2,9), so liegt unser Dienst in dieser Realität „Tempel“.

Das größte Geschenk, das Gott uns in Jesus machen konnte, ist der zerrissene Vorhang. Als Jesus am Kreuz starb und rief „Es ist vollbracht!“, zerriss der Vorhang im Tempel, der das Allerheiligste vom Heiligtum trennte (siehe z.B. Matthäus 27,51 und im Vergleich 2.Mose 26,33). Ohne diesen zerrissenen Vorhang und was er in der geistlichen Welt bedeutet, hätten wir niemals in diese Art der Beziehung mit unserem Schöpfer-Gott treten können, ohne diesen Akt, wäre er niemals unser Vater geworden. Da ist nichts mehr, was uns hindern muss, in seine Gegenwart kommen zu können. Unser Geist hatte darin die Chance lebendig zu werden und in dem zu leben, wozu er geschaffen ist: als Wohnung für Gott in uns zu dienen und uns zur Beziehung mit Ihm zu befähigen. Es ist das Zelt der Begegnung in uns.

Dieses Allerheiligste umgeben zwei Diensträume…das Heiligtum unserer Seele und der Vorhof unseres Leibes. Beide Räume sprechen von Hingabe und Anbetung in verschiedenen Formen an unseren Gott.

In beiden Räumen gab es einen Altar, zwei sehr unterschiedliche Altäre. Der Altar im Vorhof, war de Opferaltar. Auf ihm opferten die Israeliten Tiere aufgrund von verschiedenen Anordnungen Gottes. Die meisten Opfer hatten mit Bereinigung von Schuld zu tun. Das herausragendste ist wohl das Opferlamm des Versöhnungstages, das eine Vorausschau auf Jesus war, der durch sein Todesopfer, die Schuld der ganzen Welt au sich nahm (Johannes 1,29). Das ist das EINE Opfer, dass uns den Weg zu Gott eröffnet hat. Nichts, das wir tun oder nicht tun, kann dem irgendetwas hinzufügen. So ist dieser Ort, ein Ort des Dankes genau für dieses Werk Jesu.

Wenn wir davon sprechen, dass wir Gott an diesem Altar als Seine Priester dienen, spricht dieser Altar aber auch von den Opfern, die wir Gott bringen in unserem Gehorsam gegenüber dem, was er uns sagt. Da kreuzigen/ opfern wir oftmals unser Fleisch im natürlichen Sinne.

Vor ein paar Jahren habe ich Gott so verstanden, dass ich um meiner Gesundheit willen abnehmen solle. Da war Gehorsam und Opfer im sehr natürlichen Sinne gefragt. Aber auch bei anderen Dingen, die Gott uns aufträgt, um Menschen zu dienen, braucht es meistens das Opfer von Kraft, Zeit, Selbstverleugnung. Da dienen wir Ihm an diesem Altar.

Da ist aber auch noch dieser zweite Altar im Heiligtum. Dort sollte beständig Rauchopfer aufsteigen und jeden Morgen und Abend sollte sich darum gekümmert werden (s. 2.Mose 30). Dieser Altar spricht von unserer Anbetung im Gebet, dass wir auf Gott ausgerichtet sind. Es ist gut, jeden Morgen diese Zeit zu nehmen, sich darum zu kümmern, dass „wohlriechendes Räucherwerk“ aus unserem Leben am Tage aufsteigt. An diesem Ort bringen wir Gott das Opfer unseres Gebets. Und Jesus selbst hat uns in dem Vaterunser das Handbuch für diese Zeit und diesen Dienst gegeben. Und es ist auch gut, am Abend einen Moment Zeit zu nehmen, den Tag bei Gott wieder niederzulegen, mit allem, was ihn ausmachte.

Es gibt noch zwei Gegenstände im Heiligtum, um die sich regelmässig gekümmert werden sollte: der Leuchter und die Schaubrote.

Nach dem Leuchter sollten die Priester jeden Morgen schauen, ihn reinigen und neues Öl nachfüllen.

Öl wird in der Bibel auch als Bild für den Heiligen Geist gebraucht. Dieser Leuchter spricht von der Realität in unserem Leben, dass wir Licht in dieser Welt sein sollen (s.a. Matthäus 5,13ff). Doch das Licht dieses Leuchters leuchtet nicht aus sich selbst, es ist durch das Öl genährt. Wenn es darum geht, in dieser Welt als ein Licht zur Orientierung zu leben, brauchen wir das nicht nach unserer Vorstellung und aus unserer Kraft heraus tun. Unser Job besteht darin, uns um den Leuchter zu kümmern, darum, dass er täglich gereinigt und neu gefüllt wird, d.h. wir bringen täglich die Dinge vor den Vater, wo wir wissen, dass sie nicht in Ordnung waren, die wie Ruß den Leuchter verschmutzten, unser Licht in dieser Welt verdunkeln und den Vater verschleiern. Und wir öffnen uns täglich dafür, dass der Vater uns neu mit seiner Kraft füllt, aus der wir heraus dann das leben können, was Seinem Willen entspricht.

Und dann gibt es da noch die Schaubrote. Da ist es sehr naheliegend an Jesus zu denken, wie Er sagte: „Ich bin das Brot des Lebens.“ (Johannes 6,48). Der erste Gedanke, den ich hatte, war an das Wort Gottes als Brot…aber ich stelle fest, diese Verbindung kommt hauptsächlich aus der Aussage darüber, dass der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund hervor geht. Jesus selbst nutzt das Bild des Brotes aber für Seinen Leib, den er für die Welt gibt, sowohl in Johannes 6 als auch beim Abendmahl.

Die Schaubrote wurden jeden Sabbat von den Priestern verzehrt und neue wurden ausgelegt. Das ist ein schönes Vorbild für die Gemeinschaft des neutestamentlichen Priestertums und unsere Gemeinschaft um das Wort und das Abendmahl, eine Gemeinschaft, die sich regelmässig um Jesus versammelt.

Diese Schaubrote hießen wörtlich „Brot des Angesichts“ (2.Mose 25,30). Es hieß so, weil es eben Brot war, das vor dem Angesicht des Herrn im Heiligtum niedergelegt wurde. Es spricht aber auch davon, dass wir die Möglichkeit haben, vor das Angesicht Gottes kommen und dort genährt werden zu können. Psalm 105,4 fordert uns auf:

“Fragt nach dem HERRN und seiner Stärke, sucht sein Angesicht beständig!“

Genauso wie wir uns um unseren „Leuchter“ jeden Morgen kümmern, dürfen wir auch jeden Tag beten:

“Unser täglich Brot gib uns heute!“

Wir wollen unseren Sinn ernähren von dem Wort, das aus Gottes Mund kommt und von Seiner heiligenden Gegenwart. Mit diesen Dingen vor Augen erscheint auch priesterliche Segen aus 4.Mose 6,24-26 in einem neuen Licht:

“Der HERR segne dich und behüte dich! Der HERR lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig! Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden!“

Damit möchte ich diesen Eintrag auch erst einmal zuende bringen. Jeder einzelne Bereich ist wahrscheinlich einen eigenen Beitrag wert, aber vielleicht reicht es so, um hungriger zu werden, auch selber (weiter) nach der Wahrheit der Realität zu suchen.

Buchempfehlung zum Thema:

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Gottes Tempel

„Und in seinem Tempel ruft alles: Herrlichkeit!“

Psalm 29,9

Ein Thema, das mich immer wieder neu beschäftigt, ist der Tempel Gottes, der ein Ort der Anbetung war und der ein Ort der Anbetung ist.

Vor kurzem hörte ich eine Predigt von Johannes Hartl, in der er über den Tempel als einen Ort in der himmlischen Welt sprach. Er sprach über David, der in Psalm 5,8 betete und sang:

“Ich aber, durch die Fülle deiner Gnade gehe ich ein in dein Haus; ich bete an zu deinem heiligen Tempel hin, in der Furcht vor dir.“

Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, aber er wies drauf hin, dass ja erst Davids Sohn Salomo den Tempel erbaut hat und welchen Tempel David dann wohl meint. Er geht davon aus, dass David den himmlischen Tempel wahrnahm und dort im Geist anbetete. Ähnlich betete David auch noch mal in Psalm 138,2.

Der Aufbau des Tempels lehnt sich ja an den Aufbau der Stiftshütte an. Als Gott Mose damit beauftragte, diesen Ort zu errichten, sagte Er zu ihm:

“Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, damit ich in ihrer Mitte wohne. Nach allem, was ich dir zeige, nämlich dem Urbild der Wohnung und dem Urbild all ihrer Geräte, danach sollt ihr es machen.“ (2.Mose 25,8-9)

Auch diese Verse scheinen davon zu sprechen, dass es da etwas bei Gott gibt, was als Vorlage für diesen sichtbaren Orte der Anbetung diente. Gott wollte Mose das „Urbild“ dessen zeigen, was Er Seine Wohnung nennt. Mose sollte alles genauso umsetzen und Gott wollte das Ergebnis als Wohnung in der Mitte des Volkes Israel annehmen. Eine unsichtbare Realität sollte sichtbar gemacht werden. Im Rest des zweiten Buch Moses kann man von der Umsetzung dieses Planes und all seinen Details lesen.

Vor einiger Zeit las ich in dem Buch „Temple Themes in Christian Worship“ von Margaret Barker davon, dass in der ersten Zeit der Christenheit der Gedanke normal war, dass der Tempel einen Mikrokosmos der Schöpfung darstellte. Es heißt, als Mose die ersten 6 Tage auf dem Berg Sinai von der Herrlichkeit Gottes bedeckt war (2.Mose 24,16), dass Mose in diesen Tagen eine Vision von den 6 Schöpfungstagen hatte und sollte dies in der Stiftshütte auch darstellen. Die Schöpfungstage korrespondieren mit den Stationen, in denen die Stiftshütte ausgebaut wurde. Das Allerheiligste und das Heiligtum stellten die unsichtbare und sichtbare Welt dar, Himmel und Erde mit der Gegenwart Gottes, die im Herzen der Schöpfung verdeckt ist.

Im ersten Tag legte Gott die Grundlage für die ganze Schöpfung, indem er eine Ordnung aus dem herrschenden Chaos schaffte, die die ganze Schöpfung tragen und erhalten würde. Dies wird im Allerheiligsten repräsentiert, der Ort, der für Gottes Thron und all die Engel um ihn herum steht. Gott selbst erhält das ganze Universum (Kol.1,16).

Im zweiten Tag schaffte Gott eine Trennung und es gab ein oberhalb und unterhalb von der Wölbung, die er kreierte. Und das oberhalb wurde Himmel genannt. In der Stiftshütte finden wir das in dem Vorhang wieder, der das Allerheiligste vom Heiligtum trennte, in dem die Priester ihren Dienst taten.

Am dritten Tag sammelte Gott alles Wasser unterhalb der Wölbung und trennte dadurch Erde und Meere. Und er ließ Pflanzen aller Art entstehen. In der Stiftshütte findet sich das auf dem Schaubrottisch wieder…das Brot aus den Saaten der Erde, die Früchte des Weines, Kräuter für die Düfte…

Am vierten Tag wurden all die Sterne, Sonne und Mond eingesetzt. Diesen Tag finden wir in dem siebenarmigen Leuchter wieder.

An dieser Stelle sind die alten Aufzeichnungen unterbrochen, da es Probleme mit den griechischen und hebräischen Texten gibt, aber ich fände es nachvollziehbar bei der Schöpfung der Tiere an den Opferaltar im Vorhof zu denken.

Sicher ist aber wieder, dass als Gott am sechsten Tag den Menschen schuf, er den Hohepriester für seinen Tempel erschuf, der Zugang zu der Gegenwart Gottes haben sollte im Herzen der Schöpfung.


Ich finde es sehr faszinierend, dass dieses Tempelthema sich von Anfang bis Ende durch die ganze Bibel zieht.

Im Epheserbrief werden wir als die Gläubigen dann als der Tempel Gottes bezeichnet:

“Ihr seid aufgebaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, wobei Christus Jesus selbst der Eckstein ist. In ihm zusammengefügt, wächst der ganze Bau zu einem heiligen Tempel im Herrn, und in ihm werdet auch ihr mit aufgebaut zu einer Behausung Gottes im Geist.“ (2,20-22)

Nach dem, was wir jetzt schon alles über den Tempel gesehen haben, ist das nicht überwältigend? Wir SIND die Wohnung, durch die der lebendige Gott in unserer Mitte wohnt.

Auch 1.Petrus 2,4-5 spricht davon, dass wir uns zu dieser Behausung Gottes aufbauen lassen sollen:

“Zu ihm kommend als zu einem lebendigen Stein, von Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt, kostbar, lasst euch auch selbst als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus (Tempel), ein heiliges Priestertum, um geistliche Schlachtopfer darzubringen, Gott wohlannehmbar durch Jesus Christus!“

Auch in diesen Versen wird deutlich, Jesus ist der erste lebendige Stein, auf dem die Gemeinde als Tempel aufgebaut wird. Jeder einzelne ist ein lebendiger Stein nach dem Vorbild, das Jesus gibt. Gemeinsam sind wir die Behausung Gottes. Gemeinsam bilden wir den Ort, an dem Gott angebetet wird. Wie in der Stiftshütte und im Tempel die Priester Gott in dem Anbetungsdienst dienten, sind wir als Priestertum in diesem geistlichen Haus berufen. Und auch dort folgen wir dem Beispiel unseres gemeinsamen Hohepriesters Jesus  Christus.


Ich habe schon einige Predigten über die Stiftshütte/ den Tempel gehört und habe in einigen Büchern darüber gelesen, was die ganze Einrichtung auch für unser geistliches Leben bedeuten kann, wie z.B. der Leuchter für Jesus als das Licht oder die Führung des Heiligen Geistes stehen kann, oder die Brote auf dem Schaubrottisch von Jesus als dem Brot des Lebens und unserer geistlichen Ernährung sprechen. Ich habe dabei die Stiftshütte mehr als ein Bild für diese Wahrheiten gesehen, aber nun verstärkt sich das Gefühl, dass es dabei wirklich um Realitäten im Geiste geht, die ich noch weiter entdecken darf. Wenn Mose es genauso machen sollte, wie es das Urbild zeigte, dann ist es wohl wichtig und spricht von etwas, was auch für uns als Gemeinde, als lebendiger Tempel von großer Bedeutung ist.

Während ich dies schreibe, kam mir in den Sinn, dass es auch in dem Buch der Offenbarung noch um den Tempel geht. In Offenbarung 21,22-23 steht:

„Und ich sah keinen Tempel in ihr, denn der Herr, Gott, der Allmächtige, ist ihr Tempel, und das Lamm. Und die Stadt bedarf nicht der Sonne noch des Mondes, damit sie ihr scheinen; denn die Herrlichkeit Gottes hat sie erleuchtet, und ihre Lampe ist das Lamm.“

Das war gerade noch das i-Tüpfelchen! Gott selbst ist der Tempel, um den es geht! In der Schöpfung wird etwas von Ihm zum Ausdruck gebracht. In dem Konzept der Stiftshütte und des Tempels wird es tiefer sichtbar gemacht. Und nun leben wir als dieser Ausdruck von Gott (Hebr.1,3) und am Ende kommt alles in Ihm wieder zur Ruhe.

“Alles ist durch ihn und zu ihm hin geschaffen,…“ (Kol.1,16)

 

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In Geist und Wahrheit

In den letzten Wochen ist mir noch einmal tiefer bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass wir unser ganzes Sein vor den Vater bringen, wenn wir Ihm im Lobpreis und in der Anbetung begegnen wollen.

Mein eigenes Leben ging mir so durch den Kopf, was ich all die Jahre getan habe und was die Motivation und der Motor hinter allem war. Dabei spürte ich, dass Gott die Liebe zu Ihm darin sieht, aber dass Vieles von Quellen in mir gespeist wurde, die einen Mangel in meinem Herzen darstellten. Diesen Mangel und die Art wie ich ihn kompensiert habe, konnte ich gut fromm verkleiden, so dass er mir selbst nicht so sehr bewusst war und aufgefallen ist.

Während ich da noch über mein eigenes Herz nachsann, begegnete mir eine Botschaft von Johannes Hartl, die mir sehr weiter half zu sehen, was in mir vor sich geht und in welcher Weise Gott und ich uns in Wahrhaftigkeit begegnen können und eine Veränderung stattfindet.

Er sprach über zwei Weisen, in denen wir manchmal versuchen uns Gott zu nahen. Zum einen gibt es die, die ihre Probleme verdrängen und vorgeben „so im Geist zu sein“. Sie sagen, es sei nicht wichtig und scheinen über den Dingen zu schweben. Ganz ehrlich gesagt, würde ich mich zu dieser Rubrik zählen. Obwohl ich ernsthaft Gott darin lieben wollte, hat aber eigentlich diese Verdrängung stattgefunden und Gott konnte mir da in der Wirklichkeit meines Lebens nicht begegnen.

Auf der anderen Seite gibt es die, die so „authentisch“ sind, dass sie es als Heuchelei empfinden, zu singen, zu klatschen, zu tanzen und jauchzen, wenn sie sich nicht danach fühlen. Da ich vom anderen Lager war, habe ich auf diese Weise immer etwas reagiert.

Was Johannes Hartl deutlich machte, war, dass es wichtig ist, dass beides irgendwie zusammen kommt. Dass wir alles, was uns gerade ausmacht, mit in die Gegenwart unseres Vaters im Himmel bringen. Nur dann kann Er dem Ganzen in uns begegnen. Dass wir uns dabei aber nicht selber in unsere Schwierigkeiten, Probleme, Herausforderungen fallen lassen, sondern uns im Vertrauen, dass unser Gott darüber regiert, Ihm nahen und Ihm überlassen und so auch singen können, wenn es uns eigentlich nicht gut geht.

Das hat mir den Satz, den Jesus der Frau am Jakobsbrunnen gesagt hat, in einem neuen Licht erscheinen lassen, dass die wahren Anbeter, den Vater in Geist und Wahrheit anbeten (Johannes 4,23).

Es ist wichtig, dass wir alles, was unser Leben in der irdischen Welt gerade ausmacht, mitbringen und in die himmlische Dimension bringen. Wir sind wahrhaftig, wenn wir sagen: „Ja, so ist es, so sieht es gerade aus!“ und wir sind im Geist, wenn wir es dem Vater überlassen, dem zu begegnen und Ihn darüber anbeten!

Vor diesem Hintergrund, ist dieses Lied auch sehr lebendig:

 

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„Aber auf dein Wort hin…“

Da habe ich noch einen älteren Beitrag gefunden, den ich nie veröffentlicht habe…warum auch immer…

„Aber auf dein Wort hin will ich…“ (Lukas 5,5)

Diese Worte sagte Petrus einst, nachdem Jesus ihn aufforderte, am Tage fischen zu gehen, nach einer ganzen Nacht des Fischens ohne Erfolg.

Mit diesem Eintrag will ich von einer Erfahrung erzählen, die ich in den vergangenen Wochen gemacht habe, wo ich mir ähnlich dachte, „Rahel, mach’s doch einfach!“

Wir standen wie jeden Samstagabend in unserer Anbetungszeit und beteten an. Es gab schon eine recht intensive Zeit um das Thema Gott als Vater, der sich freut, uns zu sehen, der auf unsere Belange hört, der seine Engel losschickt, um zu helfen. Es ging über in einen neuen Abschnitt. Da meinte ich, auf einmal in mir zu hören:

„Steig runter von der Bühne, stell dich unten mit hin und spiele von dort aus weiter.“

Ich habe lange gezögert, denn ich hatte genug Gedanken dagegen…ich erinnerte mich an frühere Zeiten, wo ich schon das ein oder andere angestellt habe, wo ich auch dachte, es sei Gottes Stimme gewesen und wo ich rückblickend denke, dass doch mehr Eigenes drin war und ich mich hin und wieder zum Hampelmann gemacht habe…ich habe mir auch gedacht, es ist doch egal, wo ich stehe, das macht im Sichtbaren doch keinen Unterschied in unserer Anbetung, was soll das denn bringen?…und ähnliches.

Nachdem ich am Ende meiner ganzen Gedankenkette angekommen war, sagte ich mir: „Rahel, mach’s doch einfach! Es ist doch nichts zu verlieren!“

Und was war ich hinterher froh! Hinterher kamen einige auf mich zu, die sagten, wie sich in dem Moment etwas für sie verändert hat. Ich selber habe die Veränderung kaum wahrgenommen, stand da und sagte mir, ich sei bestenfalls gehorsam. Für andere kam in dem Moment aber ein Durchbruch. Eine Person hatte mächtige gedankliche Angriffe seit Beginn der Anbetungszeit gehabt, wo sie kaum gegen ankam. In dem Moment, wo ich hinunter stieg, kam auf einmal Frieden hinein. Andere hatten Mühe, überhaupt in die Anbetung zu kommen, in dem Moment öffnete es sich für sie. Jemand spürte vorher Anwesenheit von etwas Kaltem, das verschwand in diesem Moment.

Das alles zu hören, erfüllte mich mit großer Ehrfurcht vor unserem Gott! Und es brachte eine theoretische Überzeugung in die Praxis.

Theoretisch glaubte ich schon, dass Gott auch Wege nutzt, die für uns unsinnig erscheinen, um an Seine Ziele zu gelangen. Dafür gibt es ja auch einige Beispiele in der Bibel…z.B. Gideon, der seine eh schon kleine Armee verkleinern sollte, um gegen eine übermächtige, feindliche Armee anzutreten. Es sollte immer deutlich sein, dass es Gott ist, der eigentlich wirkt…der in aller Schwachheit der Mächtige ist. Aber gleichzeitig, macht Er sich auch von unserem Gehorsam abhängig. Das ist überwältigend. Er hätte es nicht nötig. Er könnte einfach Sein Ding machen. Und ich glaube, damit lehnen wir uns oft zurück…Gott kann ja machen, wenn Er will.

Ich stelle mir den besagten Abend vor, wenn ich nicht runter gegangen wäre…hätten dann einige bis zum Schluß zu kämpfen gehabt? Ist das nicht unfair? Obwohl Gott schon längst  etwas hätte machen können?

Mir wird bewusst, ich stehe nicht für mich alleine…mein Leben ist immer mit dem von anderen verbunden. Das, was ich tue oder lasse, wirkt sich auf andere aus…egal wie bewusst mir das ist. Wenn ich nicht runter gegangen wäre, hätte niemand gewusst, dass ich den Gedanken hatte, es hätte mich niemand für einen anhaltenden Kampf verantwortlich machen können…ich selber wusste ja noch nicht mal, was daran hängen könnte.

Mir wird bewusst, Gottes Wege sind anders als unsere, die geistliche Welt funktioniert manchmal anders als die sichtbare. Gottes Bewegnung liegt manchmal in unserem Gehorsam. Wir haben nicht immer alles in der Hand und können manchmal nur im Vertrauen gehen und handeln.

Und ich finde es herausfordernd in unserer Kultur, die so sehr auf den Verstand gebaut ist, wo alles erklärbar sein muss…wo ich erklären muss, warum ich das mache…das hätte mich fast daran gehindert. Es lehrt mich der kleinen Stimme in mir mehr zu vertrauen als allen anderen Stimmen.

 

 

 

 

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Die Lupe – Ein Bild für Lobpreis

„Im HERRN soll sich rühmen meine Seele; hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen. Erhöht den HERRN mit mir und lasst uns miteinander erhöhen seinen Namen!“

Psalm 34, 2&3

Vor kurzem las ich in dem Buch „Zeit und Ewigkeit – Herrsche über Deinen Tag!“ von Joshua Mills einen sehr schönen Vergleich für Lobpreis.

Er vergleicht das, was im Lobpreis vor sich geht, mit einer Lupe und das in zweifacher Weise.

Eine Lupe dient als Vergrößerungsglas. Und das ist, was im Lobpreis geschieht. Wir sagen immer, wir machen Gott mit unserem Lobpreis, unser Anbetung groß. Er ist groß so oder so. Ob wir singen oder beten ändert nichts an Seiner Größe, die Er innehat.
Aber wenn wir singen und beten, wird Er in unserem Blickfeld größer. Andere Dinge, die uns sonst eingenommen haben, rücken zur Seite und wir nehmen Ihn stärker wahr als vorher. Neben dem, was Lobpreis sonst noch bewirkt, wirkt er sich stark auf uns selber aus. Dadurch, dass Gott in der Anbetung in unserer Wahrnehmung größer wird, wird unser Glaube größer und gestärkt. Wir werden darin fähig, im Glauben zu bekennen, dass Gott größer ist als unsere Schwierigkeiten und Umstände und alles, was wir gerade durchmachen.

Der Dienst als Vergrößerungsglas ist die eigentliche Bestimmung einer Lupe. Manch einer zweckentfremdet sie jedoch auch zu Spielereien.

Mit der richtigen Sonnenstärke und dem richtigen Material unter der Lupe kann man dieses zum entflammen bringen. Und das ist ebenfalls, was im Lobpreis geschieht.

Während wir unsere Sicht auf Gott im Lobpreis vergrößern, scheint Sein Licht in unsere Herzen. Lobpreis verstärkt die Wirkung Seiner Strahlkraft als Sonne der Gerechtigkeit. Sein Licht entwickelt sich zu einem Feuer in unseren Herzen, das alles verzehrt, was vor Gottes Gerechtigkeit nicht standhält. Bestimmte Dinge rücken in den Brennpunkt und werden verbrannt und Heilung und Befreiung geschieht.

Vielleicht inspiriert Dich dieses Bild auch für Deine nächste Lobpreiszeit.

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Lobpreis – Wo steht mein Herz?

„Denn des HERRN Augen durchlaufen die ganze Erde, um denen treu beizustehen, deren Herzen ungeteilt auf ihn gerichtet sind.“

2.Chronik 16,9

Auf dieser Reise, sich noch mal neu Gedanken über das zu machen, was Lobpreis bedeutet und wie ich ihn umsetzen möchte, ist mir auch nochmal neu wichtig geworden, immer wieder neu zu schauen „Wo steht mein Herz gerade jetzt? Was bringe ich Gott damit?“ Das, was unser Herz ausmacht mit all unseren Gedanken, Gefühlen und unserem Willen, ist das, was wir Gott bringen und wonach Er auch Ausschau hält.

Bei den ganzen Gedanken, die um das Thema schwirren, konnte ich das am Ende für mich in drei Fragen zusammenfassen:

1. Sind meine Beziehungen in Ordnung?
2. Stimmt mein Charakter und Leben mit meinem Lobopfer überein?
3. Bringe ich Gott mein eigenes Feuer?

Das Thema, in Vergebung zu leben, ist dabei ganz groß. Wir können Gott dem Vater nahen, weil Er uns in Jesus Christus vergeben hat. Und Jesus hat uns herausgefordert, einander immer wieder genauso zu vergeben, wie Er uns vergeben hat und ja auch immer wieder vergibt, wenn wir an Seinem Ziel vorbei schießen. So reflektiere ich immer wieder, lebe ich in Vergebung? Das ist, was unserem Lob Gewicht verleiht, denn wir folgen mit unserem Herzen dem Beispiel unseres Vaters. Dass dies möglich ist, hat den Vater den Tod Seines Sohnes gekostet, uns kostet es, unser Leben mit unseren Rechten vor Ihm niederzulegen.

Darüber hinaus kam mir aber noch ein anderer Vers immer wieder in Erinnerung, der eine noch größere Verantwortung zeigt:

“Wenn du nun deine Gabe darbringst zu dem Altar und dich dort erinnerst, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar und geh vorher hin, versöhne dich mit deinem Bruder, und dann komm und bring deine Gabe dar!“ (Matthäus 5,23-24)

Es geht darum, Verantwortung füreinander zu übernehmen. Wir sollen nicht nur selber bereit sein, immer wieder zu vergeben, wo wir uns verletzt fühlen, sondern sollen auch darauf regieren, wenn wir wissen, jemand anders trägt etwas gegen uns in seinem Herzen. Dadurch helfen wir einander in der Vergebung zu leben.

Natürlich braucht es dazu, dass auch das Gegenüber in dieser Vergebungsbereitschaft lebt, aber sollte es mal sein, dass der andere da nicht agieren will, setzt das ein, wo es heißt, wir sollen mit allen in Frieden leben, soweit es an uns liegt. Es geht auf jeden Fall darum aus jeder Gleichgültigkeit heraus zu kommen und ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass wir gemeinsam als ein Leib vor Gott stehen und unsere Verantwortung darin wahrnehmen, dass dies gelingen kann und unser aller Lob beim Vater wohlgefällig ankommt.

Die zweite Frage zielt dann auf die Integrität meines Lebens ab. Stimmt mein Leben mit Gottes Maßstab überein, so wie ich ihn gerade erkenne? Oder stehe ich im Lobpreis und singe von Gott und lebe dann etwas ganz anderes. Unser Lobpreis gewinnt an Kraft, wenn unser Leben Ausdruck von dem ist, was wir glauben und bekennen.

Der Prophet Amos sagte in Gottes Namen einst dem Volk Israel:

“Ich hasse, ich verwerfe eure Feste, und eure Festversammlungen kann ich nicht mehr riechen: Denn wenn ihr mir Brandopfer opfert, missfallen sie mir, und an euren Speiseopfern habe ich kein Gefallen, und das Heilsopfer von eurem Mastvieh will ich nicht ansehen. Halte den Lärm deiner Lieder von mir fern! Und das Spiel deiner Harfe will ich nicht hören. Aber Recht ergieße sich wie Wasser und Gerechtigkeit wie ein immerfließender Bach!“ (Amos 5,21-24)

Auch das gibt ein Bild davon, dass Gott es ernst meint, wenn er von dem großen Gebot spricht, Ihn zu lieben und dann unseren Nächsten. In diesen Tagen überführt mich Gott da auch von einer Herzenshärtigkeit und Gleichgültigkeit meinen Mitmenschen gegenüber. Es ist Ihm wichtig. Unsere Lieder, unser Lobpreis erlangen Gewicht vor dem Thron Gottes, wenn wir leben, was wir singen.

Im Neuen Testament werden wir an verschiedenen Stellen dazu aufgefordert, uns um Ordnung in unserem Leben zu bemühen, damit Gottes Name und Sein Dienst in dieser Welt nicht verlästert wird. Es gibt einen Zusammenhang zwischen unserem Alltag, unserem Charakter und den Wert, den unser verbaler Lobpreis hat. Es ist eine tägliche Übung, das in ständiger Übereinstimmung zu halten. So wird, wie Römer 12,1 es sagt, unser Leben ein lebendiger Gottesdienst.

Das soll nicht sagen, dass wir perfekt sein müssen, damit Gott unseren Lobpreis und unsere Anbetung annimmt. Es geht darum, bei dem Prozess unserer Verwandlung in Sein Bild, dran zu bleiben. Dabei weiß Er, dass wir schwach sind und auch immer wieder hinfallen. Aber Er schaut in unser Herz und weiß, wie wir es meinen. Es geht um unseren Willen, dem Frieden und der Heiligung nachzujagen (s. Hebräer 12,14).

Und dann mein eigenes Feuer…in 3.Mose 10,1 lesen wir wie die Söhne Aarons in ihrem Dienst als Priester ein Feuer vor Gott brachten, das Gott nicht geboten hatte. Nur ein bestimmtes Feuer sollte bei diesem heiligen Dienst brennen.

Ich habe in der letzten Zeit oft darüber nachgedacht, welches Feuer in mir brennt, das ich Gott in unseren Lobpreiszeiten bringe. Ich habe festgestellt, dass ich immer weniger bewusst das gesucht habe, was Ihm gefällt und was einen dann auch in einer gewissen Ehrfurcht nahen lässt, sondern mehr einfach gebracht habe, was ich gerade cool fand, z.B. an Liedern, an der Art und Weise wie es klingt, etc. Und auch bin ich mit einer großen Selbstverständlichkeit an meinen Dienst gegangen, weil ich meinte zu wissen, wie es geht. Das lässt einen sehr abstumpfen.

Ich bin dankbar für jede Erschütterung, die meinen Weg gekreuzt hat und die mich hat aufhorchen und eine neue Suche hat starten lassen nach dem, was wohl Gott wohlgefällig ist.

 

 

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Lobpreis – Die Perspektive

“Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer.“

Offenbarung 4,2

Im Moment befinde ich mich in einer Phase, wo alles, was ich so im Lobpreis praktiziere, noch mal wieder neu auf den Prüfstand kommt. Warum tue ich, was ich tue? Was entspricht meiner tiefsten Überzeugung und ist durch das Wort Gottes in mir wirklich geboren und lebendig? Wo stimme ich einfach mit überein, weil es mir schlüssig ist, ich erlebe es aber noch nicht? Wo habe ich Dinge einfach übernommen, weil ich sie toll fand, habe aber eigentlich keine Offenbarung drüber, ob Gott sie genau so toll findet oder ob ich da einfach nur meinen Geschmack zelebriere? Es ist eine spannende Zeit und suchen lohnt immer.

Eine Frage, mit der ich mich neu beschäftigt habe, ist, auf welcher Grundlage ich im Lobpreis stehe? Was ist meine Perspektive? Was ist mein Ausgangspunkt? Und bei der Antwort kommt für mich neu Offenbarung 4 zum tragen. Ein Kapitel aus der Bibel, das ich schon oft zitiert habe und was für mich zu den grundlegenden Texten beim Thema Anbetung gehört.

Johannes, der Jünger Jesu, hat dieses Buch in der Bibel geschrieben. Er hat Jesus live erlebt und drei Jahre mit ihm zusammen gelebt und wurde nun zum Ende seines Lebens aufgrund seines Glaubens an Ihn auf die Insel Patmos verbannt.

Schon im ersten Kapitel der Offenbarung erzählt er von der Vision, die er von dem verherrlichten Christus empfing. Das stand in einem gewissen Gegensatz zu dem, wie er seinen Meister vermutlich auf der Erde erlebt hat. Jesus als der Diener aller, sanft, mild und demütig, erscheint hier in all seiner Herrlichkeit, die er laut Philipper 2 während seines Daseins auf der Erde beim Seinem Vater zurück gelassen hatte.  Jesus, der in Knechtsgestalt am Kreuz hing, steht jetzt in voller himmlischen Montur vor ihm und seine Stimme ist wie das Rauschen vieler Wasser.

Und dann steht im Kapitel 4 „siehe, eine Tür, geöffnet im Himmel“. Das zeigt, was vor sich ging. Zwischen Johannes Situation und dem Himmel war eine geöffnete Tür. Und Johannes war eingeladen, einzutreten und die Realität zweier Wirklichkeitsbereiche zu erleben. Das eine, war die sichtbare Wirklichkeit, seine Gefangenschaft, das andere die unsichtbare Realität, wo er schon im ersten Kapitel angefangen hat zu sehen und jetzt noch in eine viel größere Offenbarung hinein kommen sollte. Und diese offene Tür ist auch für uns da.

In Kapitel 1,6 heißt es:

“Dem, der uns liebt und uns von unseren Sünden erlöst hat durch sein Blut und uns gemacht hat zu einem Königtum, zu Priestern seinem Gott und Vater: Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

Die Grundlage dieser geöffneten Tür ist das Werk Jesu am Kreuz von Golgatha. Sein Blut hat den Vorhang zerrissen, der uns von Gott dem Vater trennte. Wir sind erlöst von unseren Sünden und erlöst zu etwas hin: zur Gemeinschaft mit dem Vater, Ihm ein Königtum und Priester zu sein.

Dann hörte Johannes die Worte „Komm hier herauf! Und ich werde dir zeigen, was nach diesem geschehen muss.“ Dieser Vers ist eigentlich ein Schlüssel zur Geschichte dieser Welt. Er zeigt, dass die sichtbare Wirklichkeit durch die unsichtbare kontrolliert wird. Das fällt uns oft schwer zu glauben, da für unsere Sinne das Sichtbare oft erstmal ausschlaggebend ist…das, was wir sehen, hören, fühlen können. Es braucht Glauben, zu denken, dass es etwas gibt, was noch darüber steht. Die Dinge sind nicht so, wie sie scheinen.

“Und siehe, ein Thron stand im Himmel, und auf dem Thron saß einer.“ (4,2). Im Bereich der unsichtbaren Realität gibt es einen Thron, einen Ort der Kontrolle, Herrschaft, Autorität. Und dieser Thron ist besetzt. Gott selbst sitzt als souveräner Herrscher darauf. Und dieser Ort ist die Autorität, die dem ganzen Himmel und der ganzen Erde übergeordnet ist.

Und dann erlebt Johannes in dem restlichen Kapitel die Anbetung, die um diesen Thron herum stattfindet. Da sind himmlische Wesen und tausende von Engeln, die auf ganz verschiedene Art und Weise anbeten. Die einen singen laut, die anderen fallen ehrfürchtig nieder. Es lohnt sich dieses Kapitel in Ruhe immer wieder zu lesen und auf sich wirken zu lassen.

Und meiner Meinung nach ist das die Perspektive, die unseren Lobpreis ausmacht. Unsere Perspektive im Lobpreis ist der Thronsaal des Universums mit unserem Gott, der auf dem Thron sitzt. Er regiert uneingeschränkt und das kann nur Lobpreis und Anbetung hervorrufen. Wenn wir anfangen, Gott zu loben, treten wir in das ein, was im Himmel Tag und Nacht geschieht. Gott wohnt in unserem Lobpreis, da auch in der Himmelswelt sein Thron inmitten von lautem und leisen Lobpreis und Anbetung steht. Wo wir anbeten, erklären wir seinen Herrschaftsbereich, wir bekennen seine Hoheit und Vorsorge.

Wenn unsere Sicht auf die Geschichte dieser Welt darauf eingestimmt ist, werden wir es lieben, Gott anzubeten. Er hat all das Chaos in dieser Welt in seiner Hand und unser Herz kann darin im Vertrauen zur Ruhe finden.

Archimedes sagte „Gebt mir einen festen Punkt, und ich werde die Welt aus ihren Angeln heben.“ Unser fester Punkt ist der Thron Gottes, unser Hebel ist unser Lobpreis. Damit können wir Veränderung in unser Leben und damit auch in unsere Welt bringen.

 

 

 

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Der Berg ruft

„Ihr seid gekommen zum Berg Zion und zur Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem; und zu Myriaden von Engeln, einer Festversammlung; und zu der Gemeinde der Erstgeborenen, die in den Himmeln angeschrieben sind, und zu Gott, dem Richter aller; und zu den Geistern der vollendeten Gerechten; und zu Jesus, dem Mittler eines neuen Bundes; und zum Blut der Besprengung, das besser redet als das Blut Abels.“

Hebräer 12,22-24

Im vergangenen November war ich auf einer Frauenkonferenz in Österreich mitten in den Bergen. Noch nie in meinem bisherigen Leben bin ich so großen Bergen so nah gekommen. Sie haben mich sehr beeindruckt und fasziniert und begannen auf einmal als Bild zu mir über unseren Weg in Gottes Gegenwart zu reden. Davon möchte ich einige Gedanken in diesem Eintrag weiter geben.

Das erste was mir ins Auge fiel und was mich dann beschäftigte, war wie massiv und fest diese Berge sind. Sie stehen fest und wirken demnach vertrauensvoll, doch je höher man den Blick gleiten ließ und die Augen zur Spitze wanderten, desto mehr bekommt der Berg etwas wildes und unbezwingbares, unzähmbares. Jeder Berg sah anders aus und hatte irgendwie einen persönlichen Charakter. Obwohl ich selber niemals anfangen würde, im Natürlichen solch einen Berg zu besteigen, um die Spitze zu erklimmen, konnte ich auf einmal diejenigen verstehen, die dadurch gelockt werden, man möchte diesen Berg kennenlernen und ihn bezwingen.

Und als mir diese Gedanken so durch den Kopf gingen, merkte ich, genauso ist es mit Gottes Gegenwart. Gott und all Seine Verheißungen stehen genau so massiv und fest. Er ist zuverlässig und wankt nicht. Jemand der so einen Berg im Natürlichen ersteigt, wirkt klein vor dem Panorama des ganzen Berges. Auch dies spiegelt Gottes Größe und Stärke wieder. Wir können Ihm vertrauen.

Und doch gibt es da etwas an Gott, das wild ist, unbezwingbar und unzähmbar scheint. Und genauso wie sich Bergsteiger von einem Berg rufen lassen, glaube ich, dass Gott uns genau in diesen Bereich Seines Wesens und Charakters hinein ruft, genau so wie Er Johannes in Offenbarung 4,1 gerufen hat:

„Komm hier herauf!“

Ich glaube, dass Gott auf der einen Seite, so fest und klar ist, dass wir wissen, wir können Ihm vertrauen, dass er auf der anderen Seite aber auch geheimnisvoll und immer wieder anders ist, als wir es denken. In Sprüche 25,2 heißt es: „Gottes Ehre ist es, eine Sache zu verbergen, die Ehre des Königs aber, eine Sache zu erforschen.“ Ich glaube, dass Gott sich manchmal etwas verbirgt, um uns zu locken, Ihn zu erforschen, nach Ihm zu suchen, wirklich Ihn zu wollen. So oft geben wir uns mit unseren Ritualen zufrieden, auch im gemeinsamen Lobpreis, mit unseren fünf Liedern, die wir Ihm am Sonntagmorgen singen. Doch wie heißt es in Matt Redmans Lied „Heart of Worship“…“Ich bring dir mehr als ein Lied, denn ein Lied nur an sich, ist nicht, wonach du dich sehnst. Du suchst viel tiefer in mir, durch den äußeren Schein, siehst du mitten ins Herz.“

Darum geht es doch im Kern unserer Anbetung, um eine wirkliche Begegnung mit dem lebendigen Gott, die uns in Staunen versetzt und nichts anderes als Anbetung übrig lässt.

Das Haus, in dem die Konferenz stattfand, lag mitten in diesen Bergen und man konnte wunderbare Spaziergänge von dort aus unternehmen. Dabei fiel mir auf, es gab sehr unterschiedliche Formen von Wegen. Einige waren gut begehbar, sogar befahrbar, da sie so breit ausgearbeitet waren.

Dann gab es schmalere Wege, wo auch schon viele drüber gegangen waren und ein Weg sichtbar war.

Dann wurden aber auch Wege sichtbar, die eher Trampelpfanden glichen und wo deutlich zu sehen war, hier haben sich noch nicht so viele lang getraut. Da nicht so ganz sichtbar ist, wo der Weg hinführt und wie es weiter oben aussieht, trauen sich das auch eher die geübteren Spaziergänger und Wanderer zu.

Und dann gab es Flächen, die noch nahezu unbegangen waren. Man sah hier und da niedergedrücktes Gras und konnte daran festmachen, hier ist schon mal jemand lang gegangen, aber es war kein Weg der breiten Masse. Aber daran war auch sichtbar, dass der Berg zu Abenteuer einlud. Es war erlaubt, unbebaute Wege zu gehen und den Berg mit seinen Wäldern und Bächen zu erkunden.

Auch das war für mich wieder ein Bild von unseren Wegen in Gottes Gegenwart. Die Wege sprechen von unseren Weisen, wie wir Gott suchen. Die breite des Weges ist vielleicht ein Bild für den Bekanntheitsgrad oder Akzeptanz unserer Weisen. Unser kontemporärer Lobpreis ist vielleicht solch ein breiter Weg…die sogenannte prophetische Anbetung ist vielleicht eher ein schmalerer Weg, den weniger Leute nehmen und gehen und der deswegen noch nicht so gefestigt ist. Und da sind vielleicht Weisen, die gerade erst entdeckt werden. Apostelgeschichte 3,21 sagt, dass wir in einer Zeit „der Wiederherstellung aller Dinge“ leben. Und Lobpreis und Anbetung ist gewiss auch solch ein „Ding“, das Wiederherstellung erlebt. Es gibt viele Weisen, wie wir Gott loben, preisen, danken, anbeten können…laut, leise, schnell, langsam, extrovertiert, kontemplativ, ruhig, dynamisch…und viele Weisen haben einen Platz in unseren Reihen. Aber wenn wir an Gottes Größe glauben, müssen wir auch glauben, dass wir niemals alle Erkenntnis auch in diesem Bereich haben. Da sind und warten Wege, entdeckt und begangen zu werden. Da sind Offenbarungen über Anbetung noch „von Gott verborgen, um erforscht zu werden“.

Wir beten im „Vater unser“ – „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden“. Sein Reich besteht auch in der Anbetung, die Tag und Nacht um Seinen Thron herum geschieht. Wir mögen hin und wieder einen kleinen Moment dieser Anbetung wahrnehmen und aufschnappen, aber ich glaube, wir können alle sagen, es ist auf der Erde noch nicht wie im Himmel und „wir haben es noch nicht ergriffen, jagen ihm aber nach“, um mit Paulus Worten zu sprechen (Phil.3,13). Da ist noch Raum nach oben, die Wahrheiten über Anbetung zu entdecken und da heraus neue Wege zu bahnen. Und ich hoffe, dass da genug Anbeter mit einem Pioniergeist sind, die sich aufmachen und voran gehen, um zu zeigen, was noch möglich ist.

Zu den verschiedenen Weisen kommt noch dazu, dass wir als Gottes Geschöpfe jeder ganz individuell gestaltet wurden. Und Er hat einen Weg zu unserem Herzen, den er nur für uns geschaffen hat und genauso persönlich ist der Weg zu seinem Herzen für jeden von uns. Die Beziehung zwischen Dir und Gott ist einzigartig. Und wenn es sicher einige Prinzipien in Seinem Reich gibt, ist die Ausgestaltung dieser Prinzipien doch sicherlich in jedem Leben ganz einzigartig. Wir sollten uns darin hüten, einander in unseren Weisen zu urteilen, sondern können uns auch da nur vor Gottes Größe demütigen. Das entscheidende ist, dass jeder sich in Gottes Gegenwart wiederfindet. Wir können alle nur mit Psalm 139,24 beten: „Und sieh, ob ein Weg der Mühsal (d.h. ein abgöttischer Weg) bei mir ist, und leite mich auf dem ewigen Weg!“

Und dann gab es da in den Bergen Bäche, die plätschernd hinabflossen. Ich liebe solche Bäche, ich könnte stundenlang daneben sitzen und zuhören und zusehen, ohne dass es mir langweilig werden würde. Sie sind erfrischend für die Seele.

So wurden die Bäche ein Bild für die Erfrischung in Gottes Gegenwart. Dabei kommt wahrscheinlich jedem als erste Assoziation Psalm 23 in den Sinn, der von den Wassern im Geist spricht, an die Gott uns führen möchte. Aber ich dachte auch an die Verse aus der Offenbarung, die von dem Strom sprechen, der aus dem Thron Gottes hervor fließt. Ich stellte mir den Thron Gottes auf der Spitze des Berges vor und wie das, was ich weiter unten als Bach sah, dort seinen Ursprung und seine Quelle hatte.

Psalm 46,5 sagt: „Des Stromes Läufe erfreuen die Stadt Gottes, die heiligste der Wohnungen des Höchsten.“

Und wer ist die Wohnung des Höchsten? Das Neue Testament ist sehr klar darüber, dass wir als Gläubige, als Gottes Heilige, Seine Wohnung geworden sind. Durch Seinen Geist hat Er selbst Wohnung in uns und unter uns als Sein Volk genommen. Und der Strom, der aus Seinem Thron im Zentrum hervorbricht, soll uns erfrischen, erbauen, heilen, erfreuen. Gott möchte, dass wir Seine Gegenwart genießen. Und es brauchte lange, bis diese Wahrheit mein eigenes Herz erreichte: Er genießt auch unsere Gegenwart!

Ich fand  während der Spaziergänge noch zwei weitere Gegenstände, die von dieser Erfrischung und Stärkung in Gottes Gegenwart erzählten. Das eine war eine Futterkrippe.

Sie steht für Ernährung. Gott hat versprochen, wenn wir nach Seinem Reich, nach Seiner Gegenwart trachten, dann wird Er uns alles geben, was wir brauchen. Dieses Versprechen in Matthäus 6,33 steht im Zusammenhang von realer materieller Versorgung. Aber auch für unseren inneren Menschen, für unsere Gedanken und Gefühle hat Gott alles, was wir brauchen. Sein Friede, und Er selbst ist Jahwe Shalom, will alles durchdringen (Phil. 4,7).

Und dann gab es dort einladende Bänke – ausruhen, verweilen, den Blick, die Atmosphäre genießen. Auch diese Momente gibt es auf dem Weg mit Gott und zu Gott hin. Auch das musste ich erst lernen und lerne es immer noch. Viel zu oft habe ich mich selber und andere angetrieben…“Komm, rauf auf den Berg, weiter geht’s!“…während der Vater extra „eine Bank hingestellt“ hat, um eine Zeit der Erfrischung, Ermutigung, Wiederherstellung und Heilung zu geben, die für den weiteren Weg nötig wäre.

Ein weiteres Phänomen durfte ich in den Tagen dort erleben: Nebel. Eines Morgens schaute ich aus dem Fenster und es war alles voller Nebel. Es war unglaublich! Von dem Berg, der da direkt vor meinem Fenster lag, war nichts mehr zu sehen. Und doch war er da! Erst eine ganze Weile später fing der Nebel an, sich aufzulösen und der Berg wurde langsam wieder sichtbar.

Auch das war ein faszinierendes Bild für mich. Der Berg im Nebel steht für Gott, der sich manchmal verhüllt. Im Gegensatz zu dem Verbergen, von dem ich in den ersten Absätzen schrieb, hat dies eher einen negativen Touch und spricht von den Momenten, wo wir gar nicht mehr wissen, was los ist und Gott fragen, wo Er sei. Aber wie der Berg ist er immer da, steht fest, steht zu dem, wer Er ist und was Er zugesagt hat.

Der Nebel steht für Zeiten der Prüfung unseres Glaubens, ob wir glauben, auch wenn wir nicht sehen. Ist mein Glaube davon abhängig, immer zu sehen? Immer zu fühlen? Immer zu schmecken? Oder reicht mein Vertrauen auch, wenn einmal gar nichts in irgendeiner Form spürbar ist? Auch wenn es mal länger dauert? Wenn Antworten ausbleiben?

Diese Zeiten sind dazu geschaffen, Glauben und Ausharren in uns zu stärken, zu vertiefen  und zum Wachstum zu bringen und bei allem hat der Vater versprochen, uns nicht über unser Vermögen zu testen. Wir können dabei oft nur Schritt für Schritt im Vertrauen auf Gottes Zusagen gehen und verstehen erst rückblickend, wenn der Nebel weicht, was es alles zu bedeuten hatte.

Noch zwei Dinge habe ich auf meiner Reise entdeckt.

Das eine war ein Paraglider…auf diesem Bild als kleiner weißer Punkt in der Mitte des Bildes zu sehen:

Da wagte sich jemand auf den Berg hinauf, um dann ohne Boden unter den Füßen in den Höhen zu segeln und sich die Welt von oben zu besehen.

Auch hier springt sofort ein Bibelvers vor dem inneren Auge auf:

„Die auf den HERRN hoffen, gewinnen neue Kraft; sie heben die Schwingen empor wie die Adler, sie laufen und ermatten nicht, sie gehen und ermüden nicht.“ Jesaja 40,31

Die auf den HERRN hoffen…sind es vielleicht gerade die Zeiten im Nebel, die uns neue Kraft gewinnen und aufsteigen lassen?

Der Epheserbrief spricht davon, dass Gott uns in Jesus Christus in den himmlischen Welten mitsitzen lässt (2,6). Er hat ein Interesse daran, dass wir die irdische Welt aus Seiner Perspektive heraus sehen und beurteilen. Deswegen glaube ich, dass Sein Ruf an Johannes „Komm hier herauf!“ ein ewiger Ruf an uns alle ist. In unserem Herzen, unserem Geist dürfen wir uns auf Gottes Ebene begeben. Dort werden wir anderes sehen und hören als hier auf der Erde, wir werden anderes wahrnehmen, Lösungen sehen, wo kein irdischer Ausweg zu sein scheint.

„Davon reden wir auch, nicht in Worten, gelehrt durch menschliche Weisheit, sondern in Worten, gelehrt durch den Geist, indem wir Geistliches durch Geistliches deuten. Ein natürlicher Mensch aber nimmt nicht an, was des Geistes Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt wird. Der geistliche Mensch dagegen beurteilt zwar alles, er selbst jedoch wird von niemand beurteilt. Denn ‚wer hat den Sinn des Herrn erkannt, wer, der ihn unterweisen könnte?‘ Wir aber haben Christi Sinn.“

Diese Verse aus 1.Korinther 2,13-16 erscheinen mir nun in einem neuen Licht.

Während wir im Nebel den Weg nicht erkennen können und unser Vertrauen in Gottes Wege geprüft wird, haben wir in diesen Höhen einen guten Überblick über die Wege und können die höheren Gedanken und Wege Gottes ein Stück weit ergreifen (Jes.55,8&9).

Und zu guter Letzt waren da Häuser inmitten der Bergwälder. Das schönste habe ich als Bild mitgenommen:

Das sprach in zweifacher Weise zu mir. Zum einen als Ermutigung und dann als Ermahnung.

Die Ermutigung lag darin, in Gott, in Seiner Gegenwart, mit dem Herzen seine Wohnung zu nehmen. Gott will in uns Wohnung nehmen und genauso dürfen wir in Ihm Wohnung nehmen. Was ist unsere Wohnung für uns? Es ist der Ort in der wir in der Regel am meisten wir selbst sind. Es ist ein Ort, der uns vertraut ist, in dem wir uns frei bewegen und einen normalen Umgang mit allem in ihm haben. Und genau das ist Gottes Einladung an uns in dem „Komm hier herauf!“. Er möchte, dass wir in Ihm, in Seiner Gegenwart zu unserem wahren Ich werden. Er hat uns erschaffen und erst in Ihm kommen wir zu unserer ganzen Entfaltung. Er möchte, dass wir einen vertrauten Umgang mit Ihm haben und uns deswegen sicher fühlen, weil wir zum Beispiel wissen, das, was Er gesagt hat, wird Er halten. Wir sollen in Freiheit gelangen. Und wir sollen mit den Dingen Seines Reiches vertraut sein, so dass wir damit im ganz alltäglichen Leben umgehen können und es normal ist. Da ist bei mir noch viel Raum nach oben.

Das Bild hatte aber auch eine Ermahnung…das Haus stand noch an den unteren Rängen des Berges, es ging noch viel höher hinaus. Das ermahnte mich, auf meinem inneren Weg auf die Bergspitze, mich nicht an irgendeinem Punkt niederzulassen, zu sagen, das war alles und mehr gibt es nicht oder mehr brauche ich nicht. Das unterstreicht auch noch mal den Teil mit den Wegen…ich kann alle Wege gegangen sein, mich auf dem ein oder anderen wohl und sicher fühlen, aber da sind immer noch ungegangene Wege nach oben, die gegangen werden wollen. Was heißt das für mich im Lobpreis, in der Anbetung, alleine oder auch, wenn ich anderen darin diene? Es heißt, sich das Herz offen zu erhalten für Impulse des Geistes. Wir können uns auch im Lobpreis in einer Form einrichten, mit einem Stil, der uns liegt, mit dem, was wir gut können und uns wohl und sicher fühlen. Aber ich glaube, dass da noch viele Lieder, Klänge, Melodien und Weisen sind, die noch gespielt und gesungen werden sollen, die noch niemand gespielt hat…ungegangene Wege. Und manchmal kostet es etwas Mut aus dem gewohnten herauszutreten und zu sagen, ich probiere das jetzt mal, auch wenn es ganz anders ist als was wir sonst machen. Das fühlt sich dann manchmal an wie ein Schritt im Nebel oder wir beim Paragliding, keinen Boden unter den Füßen zu haben. Man hat nicht unter Kontrolle, was dann geschieht und kann nur Gott vertrauen, dass es sein Impuls war. Aber alle Wege, egal ob sie schmal oder breit sind, wurden irgendwann mal zum ersten Mal gegangen.

Da der Dienst in der Anbetung der Bereich ist, in den Gott mich gerufen hat, habe ich all das mit Blick auf Anbetung gesehen, aber diese Bilder lassen sich auf jeden Bereich unseres Lebens anwenden.

Abschießen will ich diesen Eintrag mit dem Ausruf aus Jesaja:

„Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des HERRN, zum Haus des Gottes Jakobs, dass er uns aufgrund seiner Wege belehrt und wir auf seinen Pfaden gehen! Denn von Zion aus wird Weisung ausgehen und das Wort des HERRN von Jerusalem.“

Jesaja 2,3

  

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Prophetische Anbetung…in der Praxis

„Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig! Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern singt Gott in euren Herzen in Gnade!“

Kolosser 3,16

Mit diesen Zeilen sollen nun noch ein paar praktische Tips zur Umsetzung des letzten Artikels kommen. Man kann in verschiedener Weise das Wort Gottes in sich wohnen lassen, auch durch Musik.

In der persönlichen Anbetung zu Hause kann man sich mit seiner Bibel hinsetzen und eine Textstelle heraus suchen. Als Beispiel können wir Psalm 27 nehmen. Er geht los mit:

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken?“

Wir können dann fragen: „Heiliger Geist, wie klingen diese Worte, wenn sie gesungen werden?“ Und dann fangen wir sie an zu singen. Wenn Du ein Instrument spielst, kannst Du Dich selbst begleiten, oder auch fragen: „Heiliger Geist, wie klingt dieser Vers, wenn ich ihn spiele?“. Dasselbe gilt für jede andere Kunst…wie sieht es aus, dass ich es male…wie sieht es aus im Tanz…?

„Der HERR ist mein Licht“…wie sieht das aus, wie hört es sich an?

Jaye Thomas, einer der Lobpreisleiter im International House of Prayer in Kansas City erzählt die Geschichte wie das Lied „You won’t relent“ entstand. Fast jeder kennt es, fast jeder verbindet es mit Misty Edwards oder Jesus Culture. Doch wem sagt der Name Cassie Campell etwas? Sie ist Bass-Spieler in Misty Edwards Team. Als Team beschäftigten sie sich gerade mit dem Hohelied und Cassie Campell wagte an einem Abend in ihrem Wohnzimmer diese Frage: „Heiliger Geist, wie klingen diese Verse auf meinem Bass?“ Und dann kam die Melodie hervor mit der das Lied beginnt. Am folgenden Tag brachte sie es mit in das Anbetungsset ihres Teams und spielte diese kleine Melodie. Das wurde dann von den Sängern aufgegriffen mit den Worten aus dem Hohelied und am Ende wurde es das Lied, das mittlerweile um die ganze Welt gegangen ist.

Wow! Wenn wir nur wagen würden, zu fragen!

In unsere gemeinsamen Lobpreiszeiten setzen wir es auf verschiedene Weisen um.

Zum einen habe ich seit dem besagten Workshop bei Kay (siehe vorheriger Artikel) versucht, die „Vorratskammer“ stets mit Wort Gottes gefüllt zu haben. Durch die Jahre habe ich erlebt, wie der Geist Gottes dann in unseren Anbetungszeiten das gebrauchte, um Gottes frisches Wort mit hinein zu bringen und so in diesem besonderen Moment an sein Vaterherz zu rufen, manchmal fröhlich und leicht, manchmal still, manchmal laut und auch ernst. In solchen Momenten singe ich dann Verse, die der Geist zu einem bestimmten Thema hervorholt oder auch in paraphrasierter Form, d.h. nicht den buchstäblichen Text, sondern den Inhalt des Verses in freier Formulierung. Und ich habe erlebt, wie der Geist dabei Verse in Verbindung brachte, die ich niemals zusammen gesehen habe. Er weiß am besten, wie Er ein Bild vom Vater malen kann.

Manchmal gehe ich auch schon mit einem Impuls in die Anbetungszeiten, was Gott betonen möchte, meist ist mir dann im Vorfeld schon etwas an Wort Gottes ins Auge gesprungen, dass ich als „Startkapital“ mitnehme und dann auch bewusst einsetze, wenn ich spüre, der richtige Zeitpunkt ist gekommen.

Wenn jemand meint, darin auch eine besondere Berufung zu haben, ist Bibelstellen auswendig zu lernen eine gut investierte Zeit. Dies hilft Dein Werkzeug zu schärfen und Deine „Munition“ bereit zu halten.

Immer wieder gestalten sich dabei auch Zeilen, die wir dann gemeinsam einige Male singen, mit denen wir Gott aus dem Moment heraus anbeten.

Seit ein paar Wochen versuchen wir aber auch als ganzes Team, Wort Gottes mit in unsere Lobpreiszeiten zu nehmen und es lebendig werden zu lassen. Dazu nehmen wir Bibeltexte, die uns gerade als Gemeinschaft betreffen…z.B. aus der letzten Predigt, aus der Bibelstunde, Texte, die im Laufe der Woche zur Sprache kommen und wo wir spüren, Gott will dadurch zu uns reden. Das Team kennt den Text im Vorfeld und beschäftigt sich auch die Tage vorher damit. Wir nutzen einen Teil des „Harfe & Schale“ Modells, das in Gebetshäusern sehr beliebt ist, zur Orientierung. Mit unserem obigen Beispiel von Psalm 27 würde ich den ersten Vers einmal singen und dann den anderen Sängern Raum geben, etwas zu diesem Vers zu singen, einfach kurze Sätze, die wir wie im Ping-Pong hin und hersingen und in der Form gemeinsam über diesen Vers meditieren. Das könnte so aussehen:

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken?“

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil!“

„Du bist mein Licht und erleuchtest meinen Weg!“

„Du bist mein Licht und schenkst mir Orientierung!“

„Du erhellst die Dunkelheit und ich brauche mich nicht zu fürchten!“

Und meistens entwickelt sich dabei irgendeine Zeile, wo man merkt, die ist jetzt etwas „catchy“, die greifen wir auf und machen daraus einen kleinen Refrain, wo dann alle aus vollem Halse mit einstimmen können. Dann gehen wir in den nächsten Vers.

Auf diese Weise beten wir an auf der Grundlage des Wortes und der Raum wird mit der Wahrheit und der Kraft des Wortes Gottes gefüllt und der Vater kann sich selbst darin offenbaren, was wieder neue Anbetung hervorbringen wird! Das ist das Ziel der prophetischen Anbetung!

In dieser Form anzubeten, braucht ein wenig Mut zum Fehler machen. Man kann es etwas planen und dem ganzen eine Struktur geben, aber leben tut es letzten Endes von spontanen Impulsen in unserem Geist. Wir können unsere Instrumente und Stimmen trainieren und beherrschen, wir können uns mit dem Wort Gottes füllen, es lernen, aber dann heißt es zu vertrauen. Manchmal stolpert man dabei vielleicht und landet irgendwo, wo man grad nicht weiter weiß, aber nur so wird man auf diesem Weg weiter kommen. Wer sagte noch „Mut zur Lücke?“…das wird gebraucht! Keine Angst davor zu haben, was, wenn auf einmal nichts mehr kommt. Es ist eine Form der Anbetung, die weniger unter unserer Kontrolle ist, die wir nicht unbedingt managen können, sondern, wo wir bewusst sagen: „Heiliger Geist, wie soll es klingen?“ und dann vertrauen, dass Er den Vater und Jesus verherrlichen will!


Hier ein Beispiel aus einem unserer Gottesdienste mit etwas, was sich auf Psalm 93 aufgebaut hat:


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