Prophetische Anbetung…in der Praxis

„Das Wort des Christus wohne reichlich in euch; in aller Weisheit lehrt und ermahnt euch gegenseitig! Mit Psalmen, Lobliedern und geistlichen Liedern singt Gott in euren Herzen in Gnade!“

Kolosser 3,16

Mit diesen Zeilen sollen nun noch ein paar praktische Tips zur Umsetzung des letzten Artikels kommen. Man kann in verschiedener Weise das Wort Gottes in sich wohnen lassen, auch durch Musik.

In der persönlichen Anbetung zu Hause kann man sich mit seiner Bibel hinsetzen und eine Textstelle heraus suchen. Als Beispiel können wir Psalm 27 nehmen. Er geht los mit:

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken?“

Wir können dann fragen: „Heiliger Geist, wie klingen diese Worte, wenn sie gesungen werden?“ Und dann fangen wir sie an zu singen. Wenn Du ein Instrument spielst, kannst Du Dich selbst begleiten, oder auch fragen: „Heiliger Geist, wie klingt dieser Vers, wenn ich ihn spiele?“. Dasselbe gilt für jede andere Kunst…wie sieht es aus, dass ich es male…wie sieht es aus im Tanz…?

„Der HERR ist mein Licht“…wie sieht das aus, wie hört es sich an?

Jaye Thomas, einer der Lobpreisleiter im International House of Prayer in Kansas City erzählt die Geschichte wie das Lied „You won’t relent“ entstand. Fast jeder kennt es, fast jeder verbindet es mit Misty Edwards oder Jesus Culture. Doch wem sagt der Name Cassie Campell etwas? Sie ist Bass-Spieler in Misty Edwards Team. Als Team beschäftigten sie sich gerade mit dem Hohelied und Cassie Campell wagte an einem Abend in ihrem Wohnzimmer diese Frage: „Heiliger Geist, wie klingen diese Verse auf meinem Bass?“ Und dann kam die Melodie hervor mit der das Lied beginnt. Am folgenden Tag brachte sie es mit in das Anbetungsset ihres Teams und spielte diese kleine Melodie. Das wurde dann von den Sängern aufgegriffen mit den Worten aus dem Hohelied und am Ende wurde es das Lied, das mittlerweile um die ganze Welt gegangen ist.

Wow! Wenn wir nur wagen würden, zu fragen!

In unsere gemeinsamen Lobpreiszeiten setzen wir es auf verschiedene Weisen um.

Zum einen habe ich seit dem besagten Workshop bei Kay (siehe vorheriger Artikel) versucht, die „Vorratskammer“ stets mit Wort Gottes gefüllt zu haben. Durch die Jahre habe ich erlebt, wie der Geist Gottes dann in unseren Anbetungszeiten das gebrauchte, um Gottes frisches Wort mit hinein zu bringen und so in diesem besonderen Moment an sein Vaterherz zu rufen, manchmal fröhlich und leicht, manchmal still, manchmal laut und auch ernst. In solchen Momenten singe ich dann Verse, die der Geist zu einem bestimmten Thema hervorholt oder auch in paraphrasierter Form, d.h. nicht den buchstäblichen Text, sondern den Inhalt des Verses in freier Formulierung. Und ich habe erlebt, wie der Geist dabei Verse in Verbindung brachte, die ich niemals zusammen gesehen habe. Er weiß am besten, wie Er ein Bild vom Vater malen kann.

Manchmal gehe ich auch schon mit einem Impuls in die Anbetungszeiten, was Gott betonen möchte, meist ist mir dann im Vorfeld schon etwas an Wort Gottes ins Auge gesprungen, dass ich als „Startkapital“ mitnehme und dann auch bewusst einsetze, wenn ich spüre, der richtige Zeitpunkt ist gekommen.

Wenn jemand meint, darin auch eine besondere Berufung zu haben, ist Bibelstellen auswendig zu lernen eine gut investierte Zeit. Dies hilft Dein Werkzeug zu schärfen und Deine „Munition“ bereit zu halten.

Immer wieder gestalten sich dabei auch Zeilen, die wir dann gemeinsam einige Male singen, mit denen wir Gott aus dem Moment heraus anbeten.

Seit ein paar Wochen versuchen wir aber auch als ganzes Team, Wort Gottes mit in unsere Lobpreiszeiten zu nehmen und es lebendig werden zu lassen. Dazu nehmen wir Bibeltexte, die uns gerade als Gemeinschaft betreffen…z.B. aus der letzten Predigt, aus der Bibelstunde, Texte, die im Laufe der Woche zur Sprache kommen und wo wir spüren, Gott will dadurch zu uns reden. Das Team kennt den Text im Vorfeld und beschäftigt sich auch die Tage vorher damit. Wir nutzen einen Teil des „Harfe & Schale“ Modells, das in Gebetshäusern sehr beliebt ist, zur Orientierung. Mit unserem obigen Beispiel von Psalm 27 würde ich den ersten Vers einmal singen und dann den anderen Sängern Raum geben, etwas zu diesem Vers zu singen, einfach kurze Sätze, die wir wie im Ping-Pong hin und hersingen und in der Form gemeinsam über diesen Vers meditieren. Das könnte so aussehen:

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken?“

„Der HERR ist mein Licht und mein Heil!“

„Du bist mein Licht und erleuchtest meinen Weg!“

„Du bist mein Licht und schenkst mir Orientierung!“

„Du erhellst die Dunkelheit und ich brauche mich nicht zu fürchten!“

Und meistens entwickelt sich dabei irgendeine Zeile, wo man merkt, die ist jetzt etwas „catchy“, die greifen wir auf und machen daraus einen kleinen Refrain, wo dann alle aus vollem Halse mit einstimmen können. Dann gehen wir in den nächsten Vers.

Auf diese Weise beten wir an auf der Grundlage des Wortes und der Raum wird mit der Wahrheit und der Kraft des Wortes Gottes gefüllt und der Vater kann sich selbst darin offenbaren, was wieder neue Anbetung hervorbringen wird! Das ist das Ziel der prophetischen Anbetung!

In dieser Form anzubeten, braucht ein wenig Mut zum Fehler machen. Man kann es etwas planen und dem ganzen eine Struktur geben, aber leben tut es letzten Endes von spontanen Impulsen in unserem Geist. Wir können unsere Instrumente und Stimmen trainieren und beherrschen, wir können uns mit dem Wort Gottes füllen, es lernen, aber dann heißt es zu vertrauen. Manchmal stolpert man dabei vielleicht und landet irgendwo, wo man grad nicht weiter weiß, aber nur so wird man auf diesem Weg weiter kommen. Wer sagte noch „Mut zur Lücke?“…das wird gebraucht! Keine Angst davor zu haben, was, wenn auf einmal nichts mehr kommt. Es ist eine Form der Anbetung, die weniger unter unserer Kontrolle ist, die wir nicht unbedingt managen können, sondern, wo wir bewusst sagen: „Heiliger Geist, wie soll es klingen?“ und dann vertrauen, dass Er den Vater und Jesus verherrlichen will!


Hier ein Beispiel aus einem unserer Gottesdienste mit etwas, was sich auf Psalm 93 aufgebaut hat:


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